Solidaritätszuschlag fällt weg – das passiert wenn man die Ersparnis richtig anlegt

Ab 2021 haben sehr viele Arbeitnehmer mehr Netto vom Brutto. Für die meisten bedeutet die Abschaffung des Solis eine zweistellige Einkommenssteigerung. Klar, diese kann man „versaufen“. Man könnte sie aber auch langfristig investieren und somit mehren. Geld, mit dem man nicht gerechnet hat, ist für Neulinge immer eine tolle Chance, das Thema Börse mal auszuprobieren.

Für rund 90% der Steueropfer fällt der Soli komplett weg. Für weitere 6,5% fällt er zumindest teilweise weg. Die übrigen 3,5% verdienen so gut, dass sie die Abgabe auch weiterhin bezahlen. Unterm Strich nehmen sich unsere Machthaber natürlich noch immer viel zu viel von unserem Bruttolohn, aber die weitgehende Abschaffung des Solis geht in eine richtige Richtung. Wer den Mehrbetrag nicht für den Konsum braucht, kann endlich mit Sparen & Vorsorgen beginnen. 

Beispiel: Eine (jüngere) Krankenschwester (TVÖD 7 Stufe 2) verdient, ohne Zulagen, rund 35.000 € pro Jahr. Sie hat ab Januar 2021 ca. 31 € mehr Nettogehalt. Wer 50.000 € pro Jahr verdient, hat 56 € mehr. Den größten Sprung machen mit knapp 75 € diejenigen, die rund 60.000 € jährlich verdienen. Bei höheren Einkommen sinkt die Ersparnis wieder. Wer rund 100.000 € und mehr verdient, profitiert überhaupt nicht. 

Bleiben wir bei unserer Krankenschwester. Sie benötigt die zusätzlichen 30 € jetzt nicht. Sie will sich damit eine Ehemann-unabhänige-Altersvorsorge aufbauen und investiert in einen globalen Aktienfonds. Weil sie erst 27 ist, will sie das 40 Jahre lang machen. Weil Sachwerte auf lange Sicht immer sog. Geldwerte schlagen, wird sie rund 8,11% Wertentwicklung pro Jahr einfahren können und freut sich, dass sie zum Rentenbeginn über rd. 100.000 € verfügt. 

Aber was ist, wenn unsere Krankenschwester ihre 30 € als Stupid-German-Money auf ein Sparkonto legt? Das kann sie machen, hat dann aber in 40 Jahren rechnerisch nur 14.400 €. Und das zur dortigen Kaufkraft. Mit Glück reicht das noch für ein schönes Rentner-eBike, aber eine Altersvorsorge ist das nicht. Wer jetzt ab Januar mehr Geld hat, und dieses nicht braucht, sollte sich endlich mal mit seinem Geld beschäftigen. Das ist nichts, das man „mal schnell am Handy macht“ und kostet vielleicht eine Stunde Lebenszeit. 

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