Xetra-Gold und Co: Merkelregierung will Goldanleger mit Abgeltungsteuer belasten

Die Politik sucht und findet immer wieder neue Wege, um an das Geld seiner Steuerzahler zu kommen. Laut eines am 17.06.2020 veröffentlichten Entwurfs zum Jahressteuergesetzes 2020, soll es ab 2021 den Goldanlegern an den Kragen gehen.

Die Bundesregierung plant eine zusätzliche Belastung für Privatanleger, die ihr Geld in auf Edelmetallen basierten Wertpapieren anlegen. Betroffen wäre etwa die von einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und Banken emittierte Schuldverschreibung Xetra-Gold, die den Anspruch der Anleger auf jederzeitige Lieferung von Goldbarren verbrieft und bisher als abgeltungsteuerfrei beworben wird.

Nach einigen Jahren widersprüchlicher Gerichtsurteile entschied der Bundesfinanzhof im Oktober 2015 (Az.: VIII R 4/15 und VIII R 35/14), dass Xetra-Goldanleihen einen börsengehandelten Rohstoff darstellen. Sie werden damit in steuerlicher Hinsicht genauso wie Münzen und Barren aus physischem Gold eingestuft. Damit unterliegen Veräußerungsgewinne nicht der Kapitalertragssteuer. Kursgewinne, die innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist realisiert werden, unterliegen aber dem persönlichen Steuersatz.

Der Goldbestand der börsengehandelten Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold ist eigenen Angaben zufolge zum 30. Juni auf einen neuen Rekord von 221,7 Tonnen angestiegen. Das ist ein Plus von 18,5 Tonnen seit Jahresbeginn. Xetra-Gold ist natürlich nicht der einzige börsengehandelte Rohstoff, aber wahrscheinlich der bekannteste. Der Vorteil für Anleger liegt darin, dass sie relativ günstig in Gold investieren können. Im direkten Vergleich zu Münzen und Barren kauft man über die Schuldverschreibung meist zu besseren Preisen, muss aber darauf vertrauen, dass das mit der physischen Lieferung klappt.

Allein in Xetra-Gold stecken umgerechnet 11,3 Milliarden Euro. Die Höhe des gesamten Marktes für börsengehandelte Rohstoffe (auch: Silber, Platin, Palladium) ist mir nicht bekannt. Künftig will sich der Fiskus die Abgeltungsteuer, die Kirchensteuer und den Soli von den Kursgewinnen krallen – in Summe sind das rund 27%. So verdient der Staat künftig mit, wenn zum Beispiel der Euro zerbricht und Gold wertvoller wird. Die Neuregelung dürfte eine Flucht in Münzen und Barren auslösen. Was wird sich der Staat dann einfallen lassen, um die Sparer zu enteignen?

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Das Sparbuch: Die dümmste Geldanlage der Welt?

Jeder zweite Deutsche hat ein oder mehrere Sparbücher. Noch immer zählt es zu den beliebtesten Anlageformen. Es steht für Sicherheit und Beständigkeit. Immerhin gibt es diese Anlageform schon seit über 200 Jahren. Rational gesehen dürften Sparbücher eine der dümmsten Geldanlagen der Welt sein, aber warum sind sie so beliebt?

Montag Vormittag 10 Uhr. Ich warte in der Schlange des Bankschalters. Vor mir wird ein aufgebrachter Kunde bedient. Es war unüberhörbar, dass er dingend 30.000 € von seinem Sparbuch abheben möchte um damit ein Auto zu kaufen. Die Mitarbeiterin hinterm Tresen versucht dem Herrn zu erklären, dass ein Sparbuch eine drei monatige Kündigungsfrist hätte. Man könne zwar monatlich über 2.000 € verfügen, aber alles darüberhinaus müsse drei Monate vorher gekündigt werden. Auf einmal wird es laut. Der Kunde schreit: „Das war noch nie so! Das habt ihr neu erfunden! Früher war alles besser! Ich will ihren Chef sprechen!“ Nach wenigen Minuten kommt die Filialleiterin. Sie führt ein kurzes Telefongespräch (wahrscheinlich darf nicht mal sie eine Ausnahme genehmigen) und bezahlt das Geld sofort aus.

Spareinlagen sind nach § 1 Abs. 29 Satz 2 KWG unbefristete Gelder, die u.a. eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten aufweisen. 2.000 € pro Monat sind frei. Wer also höhere Beträge auf dem Sparbuch spart, und das Geld dann ungekündigt verfügen möchte, hat ein Problem: Entweder die Bank genehmigt die Auszahlung oder eben nicht. Was wird eine Bank in Zeiten eines krisenbedingten Liquiditätsengpasses tendenziell machen? Vorsicht: Es gibt auch noch Sondersparbücher mit 6 oder 12 Monaten Kündigungsfrist. Ein Sparbuch ist eben kein Tagesgeldkonto. Es erschließt sich mir nicht, weshalb jeder zweite Deutsche eine Geldanlage hat, die keine (oder kaum) Zinsen abwirft und nicht täglich verfügbar ist.

Und wie ist es mit der Sicherheit? Das Sparbuch ist ein „qualifiziertes Legitimationspapier“ im Sinne des § 808 Abs. 1 Satz 1 BGB. Danach kann das Kreditinstitut an den jeweiligen Vorleger des Sparbuchs mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen, sofern es sich um freie oder gekündigte Beträge handelt. Die Bank darf also an jeden Vorleger auszahlen! Natürlich kann man das Buch auch mit einem Kennwort schützen, das lassen sich aber die Banken recht teuer bezahlen. Wer mein Sparbuch findet oder stiehlt, kann somit theoretisch bis zu 2.000 € pro Kalendermonat verfügen. Der Vorleger hat keinen Anspruch auf Auszahlung (Bank kann im Zweifel verweigern), aber will ich mich darauf verlassen?

Die gute Nachricht zum Schluss: Es gibt zwar so gut wie keinen Zins, aber dieser Zins ist relativ gesehen sehr gut, denn Banken dürfen auf Sparbücher keine Negativzinsen verlangen. In manchen Bundesländern schreibt das Sparkassengesetz sogar „eine Eins an irgendeiner Stelle nach dem Komma“ vor. Bei solchen Banken sieht man dann oftmals Zinssätze wie 0,0001% oder ähnliches. Das ist aber immer noch besser, im Vergleich zu Minus 0,5%. Damit die Bank hierbei keine zu großen Verluste macht, muss sie die Spareinlagen langfristig (z.B. in Baufinanzierungen) anlegen. Daher wird es verständlich, warum immer mehr auf die Einhaltung der Kündigungsfristen gepocht wird.

Ein Sparbuch ist unsicher (außer es ist mit einem Kennwort gesichert oder liegt in einem Tresor) und extrem unflexibel. Aber es schützt vor Negativzinsen. Von der dümmsten Geldanlage der Welt zu sprechen, wäre zu heftig, aber für den langfristigen Vermögensaufbau ist es sehr ungeeignet. Das Sparbuch ist ein Instrument, das in bestimmten Konstellationen durchaus sinnvoll sein kann. Jeder zweite Deutsche hat ein Sparbuch – bei den meisten dürfte es wohl keinen Sinn machen.

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Deshalb sind Banken quasi immer pleite

Viele Menschen glauben, Banken könnten eine Durststrecke ganz gut überstehen, denn sie hätten jahrzehntelang gut verdient. „Es müsste doch Rücklagen aus besseren Zeiten geben“, denkt der Volksmund. Diese Sichtweise ist populistisch, vereinfacht und grundlegend falsch.

Seit März beschäftigt uns nun schon die Corona-Krise. Werden diese paar Monate Krise unsere Banken aus der Bahn werfen? Und das nach 10 Jahren Aufschwung in der Volkswirtschaft und an den Börsen? Ja, sie werden, denn Banken sind quasi immer chronisch pleite. Profis wird das langweilen, aber wer das Märchen aus dem ersten Absatz ebenfalls glaubt, der sollte jetzt weiterlesen.

Banken haben (vereinfacht gesagt) Eigen- und Fremdkapital. Das Fremdkapital sind Kredite an Privat- und Firmenkunden. Das Eigenkapital wächst durch den Jahresüberschuss und schrumpft, wenn die Kreditausfälle die eingenommenen Kreditzinsen übersteigen. Eine Bank geht im Kreditgeschäft ein asymmetrisches Risiko ein: Sie kann alles verlieren, aber maximal nur die Marge aus dem Kreditzins verdienen. Ausfälle gehen zu Lasten des Eigenkapitals, Gewinne erhöhen es.

Banken haben noch weitere Einnahmen, die den Jahresüberschuss und somit schlussendlich auch das Eigenkapital erhöhen. Da war einmal (manche erinnern sich vielleicht) eine Marge im Passivgeschäft (Spareinlagen). Inzwischen gibt es noch Provisionseinnahmen aus Wertpapieren, Versicherungen oder Zahlungsverkehr. Die Provisionseinnahmen wurden mit Wegfall der Passivmarge enorm wichtig. Inzwischen legen Banken sogar drauf, wenn sie Einlagen annehmen und den Negativzins nicht weitergeben. Dies erhöht den Druck noch weiter; vor allem auf der Gebührenseite.

Damit eine Bank Kredite vergeben kann, benötigt sie Eigenkapital. Will eine Bank mehr Kredite vergeben, dann benötigt sie auch mehr Eigenkapital (das Verhältnis sollte zirka 90 zu 10 sein). Um mehr Eigenkapital zu bekommen, braucht sie einen Jahresüberschuss. Nun ist das Kreditvolumen in den letzten 10-20 Jahren stark gestiegen. Man überlege sich nur mal, was eine Immobilie damals im Vergleich zu heute kostet. Auch sind viele Firmenkunden, so wie die gesamte Wirtschaft, gewachsen und brauchen somit mehr Kredite für Investitionen.

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital blieb immer gleich. Bei manchen Banken wuchsen die Ausleihungen sogar stärker im Vergleich zum Eigenkapital. Droht nun ein Kredit faul zu werden, dann muss er abgeschrieben (wertberichtigt) werden. Dies geht alles zu Lasten des Eigenkapitals. Drohen großflächige Ausfälle, dann kann so ein Eigenkapital empfindlich klein werden. Die Bank geriet dann in Schieflage – auch wenn sie jahrzehntelang einen Jahresüberschuss hatte.

Wächst das Kreditvolumen unserer Volkswirtschaft nur um ca. 3% pro Jahr, dann müssen Banken ihr Eigenkapital aus dem Profit um ebenfalls 3% erhöhen, sonst könnten sie die nachgefragten Kredite nicht mehr vergeben. Deshalb brauchen Banken einen Gewinn, sonst wächst der Markt an ihnen vorbei. Daher sind Banken quasi immer pleite – es gibt keine Rücklagen aus besseren Zeiten. Abhilfe schaffen sich die meisten durch eine gute Risikostrategie und umsichtige Kreditvergabe sowie ein starkes Provisionsgeschäft.

Fazit: Ja viele Banken konnten in den „goldenen Zeiten“ ihr Eigenkapital erhöhen. Die Ausleihungen wuchsen aber ebenso. Wollen Banken auch weiterhin ihre Kreditvergabe ausweiten, dann müssen sie Gewinne machen und ihr Eigenkapital fortlaufend erhöhen. Systemische Risiken (sog. „externer Schock), die mehrere Kreditnehmer betreffen, sorgen für großflächige Kreditausfällen, was das Eigenkapital abfedern muss. Wird es zu klein, dann muss die Bank ihr Eigenkapital woanders besorgen (z.B. beim Steuerzahler).

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Wenn Wirecard aus dem DAX fliegt, könnte schon wieder ein Immobilienkonzern nachrücken

Dass die Lufthansa aus dem DAX fliegt und durch die Deutsche Wohnen ersetzt wird, gilt als ausgemacht. Nun gab es diese Woche ein Blutbad bei Wirecard. Wenn der gebeutelte Konzern die erste Börsenliga verlassen muss, dann könnte nach Vonovia und der Deutschen Wohnen ein weiterer Immobilienkonzern in den DAX nachrücken.

Erst vor kurzem sicherte sich der MDAX-Konzern, Aroundtown SA, rund 78 Prozent an dem kleineren Konkurrenten TLG. Durch den Zusammenschluss werden die Luxemburger europaweit zum größten Anbieter von Bürohäusern. Gemessen an der Bilanzsumme entstand so der drittgrößte Immobilienkonzern Europas. Aroundtown verdient sein Geld zwar hauptsächlich mit Gewerbeimmobilien, ist aber auch mit 39 Prozent am Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties beteiligt, das zuletzt rund 76.000 Wohnungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin hatte. Das Unternehmen ist bisher kaum bekannt, außer vielleicht als Trikotsponsor des Bundesliga-Aufsteigers Union Berlin.

Bei den häufigsten Mietern bei der übernommenen TLG liest man Namen wie Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl. Somit kommt fast jeder Verbraucher, zumindest indirekt, in Kontakt mit Aroundtown. Durch den Skandal bei Wirecard hat die Aktie nun großes Potenzial, in den DAX aufgenommen zu werden. Vor dem Coronacrash brachte es Aroundtown auf eine Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Euro, inzwischen sind es noch etwas mehr als 8 Mrd. Euro. Sollte es zum DAX-Aufstieg kommen, dann müssen sämtliche DAX-ETFs ihre Zusammenstellung ändern, und die Aktie kaufen. Die Branchenzusammensetzung des DAX würde sich weiter in Richtung Immobilien entwickeln.

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So kam der Friedrich & Weik Wertefonds durch die Coronakrise

Marc Friedrich und Matthias Weik sind erfolgreiche Buchautoren. Mit ihren Untergangsthesen haben sie sich einen großflächigen Bekanntheitsgrad erworben. In ihrem neustem Buch warnen sie sogar vor dem „größten Crash aller Zeiten„. Die beiden sind nicht nur Buchautoren sondern auch „Fondsinitiatoren“. Der Coronacrash bietet eine tolle Gelegenheit, diesen Fonds mal genauer zu betrachten.

Für den „Friedrich & Weik Wertefonds R“ haben die Autoren nach eigenen Angaben bereits 36,8 Mio. EUR eingesammelt. Es handelt sich im einen sogenannten offenen Mischfonds. Der Ansatz zielt auf die Investition in fünf Anlageklassen: Gold, Aktien, Bargeld, real Assets und Goldminenaktien. Mit „real Assets“ sind physisches Silber, Immobilien, Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten gemeint. Die Aktienquote soll laut Website maximal 30% betragen. Aber Vorsicht, denn man will scheinbar noch bis zu 20% in Minenaktien investieren. Die gesamte Aktienquote kann daher wohl bis zu 50% betragen. Es handelt sich also um einen Fonds der Kategorie „flexible Mischfonds“. Die Initiatoren selbst bezeichnen den Fonds als offenes Sachwertinvestment. Ziel soll der Schutz vor Inflation und Negativzins sein.

Was kann für einen solchen Fonds eine bessere Bewährungsprobe sein, als der Corona-Crash in 2020? Zugegeben, auf diesen externen Schock war kaum jemand vorbereitet. Auch hatte kaum ein Crash-Prophet einen Virus als Auslöser auf dem Schirm. Womöglich ist das Virus auch (noch) kein Auslöser, sondern nur ein Beschleuniger von Problemen, die schon da sind (Überschuldung etc…). Wenn eine Inflation kommt, oder wenn ein anderes Risikoszenario eintritt, dann könnte dieser Fonds womöglich gut funktionieren. Aber auch durch den Corona-Crash ist er ganz gut gekommen.

Mitte März 2020 kam es beim Fonds zu einem Drawdown von 20,62%. Dieser Verlust baute sich innerhalb weniger als vier Wochen auf. Danach folgte analog zum Aktienmarkt eine Erholung: Von dem 20%igen Minus stehen derzeit noch zirka 5% auf der Uhr. Für 2020 steht eine grüne Null (+0,12%) zu Buche. Im Vergleich zu anderen flexiblen Mischfonds fällt auf, dass die Volatilität des Wertefonds etwas erhöht erscheint. Der Sektordurschnitt bei der Volatilität liegt auf Sicht eines Jahres bei rund 15%, der Wertefonds brachte es auf ca. 20%. Mit diesen 5%-Punkten mehr an „Risiko“ brachte der Fonds aber auch 10% mehr Rendite im Vergleich zum Sektor. Auf Sicht von 3 Jahren hat der Fonds noch keine 3% verdient – das Ziel „Inflationsschutz“ sollte wohl langfristig betrachtet werden.

Die aktuelle Vermögensstruktur liest sich flüssig und schlüssig. Von Wald und Ackerland ist allerdings noch nichts zu sehen. Insgesamt hat sich der Wertefonds in seinem ersten echten Crash gut behauptet. Und dies obwohl die Strategie natürlich nicht auf eine Pandemie ausgelegt ist. Die echte Bewährungsprobe steht noch aus.

Wichtig: Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab. Es handelt sich um eine persönliche Meinung. Alle Informationen sind sauber recherchiert, können aber auch fehlerhaft sein. Mit diesem Beitrag kann niemand entscheiden, ob der genannte Fonds für die eigene Anlagestrategie angemessen oder geeignet ist.

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Die meist gehasste Börsenrally aller Zeiten

 Der Dax legte in der vergangenen Woche insgesamt mehr als neun Prozent zu. Das ist einer der größten Wochengewinne der Geschichte. Dabei näherte er sich seinem Rekordhoch von 13.795,24 Punkten bis auf gut 1.000 Zähler an, nachdem er im März zeitweise auf rund 8200 Stellen gefallen war. Dirk Müller sagte noch im Mai im Focus: „Dieser Crash ist ,The Big One“. Seither sind die Kurse fast nur gestiegen.

Profis hassen diese Rally! So hörte man im März doch überall noch Warnungen, die Welt ginge unter. Vielerorts wurde ins Negative übertrieben: Bei Panikverkäufen ebenso, wie beim Lockdown des öffentlichen Lebens. „Die Angst etwas zu versäumen“ hat nun die Aktienkurse dramatisch nach oben getrieben. Wegen der billionenschweren Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen setzen Investoren auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft. Es wird zu einer großen Umverteilung kommen, die Kapital von den Menschen hin zur Wirtschaft bewegt. Das spüren die Steuerzahlenden noch nicht mit neuen Belastungen, aber so krass, wie sich der Staat (und die EU) aktuell verschuldet, ist das nur eine Frage der Zeit. Das größte Risiko für den Aktienmarkt geht von einer zweiten Infektionswelle aus. Wenn man den DAX aktuell sieht, und die Großwetterlage dazu einschätzt, dann muss man sich bei diesen Gaga-Kursen schon die Augen reiben – es handelt sich eben um die meist gehasste Rally aller Zeiten. Vielleicht deshalb, weil viele nicht daran partizipieren?

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Zum #Kindertag: So baut man für die Kleinen ein Vermögen auf

In vielen US-Serien hört man von sogenannten „Collegefonds“. Gemeint sind gewöhnliche Investmentfonds, mit denen man für die Kinder ein Vermögen aufbauen kann. Mit dem Geld sollen die Sprösslinge irgendwann ihr Studium, die erste Wohnung oder andere Wünsche finanzieren können.

Es kann für Eltern sehr ratsam sein, einen Teil des Kindergeldes oder auch des Taschengeldes für den langfristigen Vermögensaufbau zu verwenden. So ein Kind, das heute zur Welt kommt, wird in 18-25 Jahren große Wünsche haben: Studium, Auslandsaufenthalt, Orientierungsjahr, Auto oder die erste Wohnung. Die wenigsten Kinder werden künftig mit 16 ins Berufsleben starten. Was können Eltern tun, um ihren Kinden einen möglichst großen Betrag mit auf den Weg zu geben?

Zunächst sollten Eltern (auch: Paten und Großeltern) klären, was sie regelmäßig sparen können bzw. wollen. Ich denke wir sind uns einig, dass das jährliche „Spardose entleeren“ nicht ausreichen wird. Gehen wir mal von 50 € monatlich für 20 Jahre aus: Diese Eltern können also aus eigener Kraft 12.000 € zur Seite legen. Nach Abzug einer zwei prozentigen jährlichen Inflation, bleibt hiervon eine Kaufkraft in Höhe von knapp 10.000 €. Man erkennt sofort: Was die Kinder dringend brauchen ist eine Rendite.

Manche Banken bezahlen Kindern noch Zinsen. Die Angebote liegen zwischen 0,5% und maximal 2%. Doch auch das reicht nicht aus, um die Inflation zu schlagen – es wäre stets ein Minusgeschäft. Bei einer so langen Laufzeit sind kurzfristige Schwankungen relativ egal. Daher können Eltern mit ruhigem Gewissen (breit gestreut) den Aktienmarkt nutzen. Bei einer beispielhaften Rendite von 6% p.a. kommt ein Vermögen in Höhe von 22.800 € zusammen. Nach Abzug einer Inflation entspricht das einer Kaufkraft von über 17.600 €.

Vorsicht Kostenfalle: Ich will nicht mit Zahlen nerven, aber von dieser schönen 6% Rendite könnten noch Kosten abgehen. Nimmt man einen teuren Aktienfonds mit 4% Ausgabeaufschlag und 1,2% laufenden Kosten dann schrumpfen unsere 22.800 € auf 19.200 €. Die Differenz verbleibt als tolle Provision bei der Bank bzw. Fondsgesellschaft. Für die Anbieter ist das ein lohnendes Geschäft, für die Kinder eher weniger.

Tipp: Wichtig ist, dass man einfach mal anfängt mit kleinen und regelmäßigen Sparbeträgen für die Kinder zu sparen. Je länger die Laufzeit und desto höher die Rendite, je niedriger darf die Sparrate sein. Auf die lange Sicht braucht niemand Angst vor Schwankungen zu haben. Die Kosten sollten nicht zu hoch sein, aber „nur billig“ ist auch nichts, denn von den Fonds will man ja auch eine gewisse Qualität erwarten. Mit Geld für Kinder sollte man nicht spekulieren, sondern breit gestreut investieren, damit die Kleinen wenn sie groß sind auch was davon haben.

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Diese Gründe sprechen gegen eine staatlich geförderte Altersvorsorge

Altersvorsorge an sich macht vielen keinen Spaß. Wenn sie staatlich gefördert ist, dann hört sich das schon besser an. Insbesondere neulinke Kreise stehen ohnehin total drauf, wenn sich der Staat in ihr Leben einmischt. So auch bei der Altersvorsorge. Doch Vorsicht: Immer wenn der Staat etwas gibt, dann nimmt er auch wieder was.

Nachgelagerte Besteuerung: Egal ob Schicht 1 (Basisrente) oder Schicht 2 (Riester- und Betriebsrente), beide Wege werden nachgelagert besteuert. In der Schicht 2 fallen sogar noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Man versteuert also nicht nur den Kapitalertrag, sondern das komplette Geld, das irgendwann aus dem Vertrag kommt. In der Sparphase hat man den ein oder anderen Vorteil, aber in der Rentenphase langt der Staat zum dort gültigen Steuersatz kräftig hin. Wer kennt seinen Steuersatz in 20, 30 oder 40 Jahren? In diese Abhängigkeit würde ich mich niemals begeben. Vielleicht beschließt eine linksgrüne Regierung irgendwann einen 100%-Steuersatz – dann ist alles futsch.

Kapitalgarantie: Der typische Deutsche ist ein Angsthase. Lieber hat er Null Ertrag, kann aber nichts verlieren. Insbesondere bei der Riesterrente haben die Anbieter das große Problem der Kapitalgarantie. Die Fongsmanager könnten auf lange Sicht attraktive Renditen aus Risikoanlagen ziehen, aber sie dürfen nicht, denn zum Rentenbeginn muss eine Kapitalgarantie stehen. Diese Garantie müssen die Anbieter mit Eigenkapital unterlegen, was (gerade für Banken) sehr teuer ist. Wer für eine Altersvorsorge, die noch mehrere Jahrzehnte läuft, eine Garantie benötigt, hat das Investieren nicht verstanden. Was bringt mir eine Garantie in Euro? Man bekommt zwar einen Betrag X versprochen, weiß aber nicht, was dieses Geld in Zukunft wert sein wird. Man hat keinerlei Sachwerte – nur Kredit.

Und dann ist da noch die fehlende Flexibilität und die stark eingeschränkte Vererbbarkeit. Was viele Betriebsrentner auch nicht wissen, ist dass sich durch die Beiträge das Bruttoeinkommen verringert. So bezahlt man in der Sparphase weniger in die gesetzliche Rente ein. Wer also eine Betriebsrente bespart, bekommt später weniger Rente (ggf. auch weniger Erwerbsminderungsrente). Von den Kosten dieser Verträge möchte ich gar nicht erst anfangen. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das selbst tun: Ohne Staat, ohne Arbeitgeber und ohne sonstige Machthaber, von denen man sich abhängig macht.

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Dieser Börsencrash war nicht „The Big One“

Niemand klickt gerne auf einen Artikel, der behauptet, dass der Crash vorbei wäre. Mit Weltuntergangsszenarien und Crash-Prophezeiungen generiert man wesentlich mehr Klicks. Seit dem März-Tief hat der deutsche Leitindex DAX inzwischen um rund 40 Prozent aufgeholt und schloss gestern bei rund 11.500 Punkten. Damit steht für das bisherige Jahr 2020 noch ein Minus von -12.55% auf der Uhr. Ist dieses Minus ein nennenswerter Crash?

Ein Crash verkauft sich natürlich gut. Als der DAX im März weit unter 10.000 Punkte rutschte kamen sie alle aus Ihren Löchern: Egal ob Marc Friedrich und Matthias WeikMax OtteDirk MüllerMarkus Krall oder andere Propheten. Keiner von ihnen hatte eine Virus-Pandemie als externen Schock auf dem Schirm. Ich möchte die genannten Autoren nicht diskreditieren. Ich schätze ihre Expertise und Professionalität. Im März hatten wir ja auch einen Crash, und zwar einen sehr heftigen! Doch dann kam die Erholung: So schnell wie es nach unten ging, so schnell ging es wieder nach oben.

Die Anleger reagierten zuletzt ziemlich euphorisch auf den weltweit immer stärkeren Rückbau der Corona-Beschränkungen. Zudem werden Unsummen an Liquidität in die Märkte gepumpt: Zum einen durch die Notenbanken aber zum anderen auch durch neue Schuldenorgien neulinker Machthaber, die aufgrund der Krise völlig neue Befugnisse haben. Obwohl sich die Konjunktur noch immer im Rezessionsmodus befindet, schauen die Aktienmärkte schon in eine bessere Zukunft. Man geht davon aus, dass die Rettungspakete funktionieren und der Steuerzahler brav die Zeche zahlt. An dieser Stelle herzlichen Dank für eure Steuern, damit meine Aktien steigen. Danke! Danke! Danke!

Über den Märkten hängen derzeit zwei Damoklesschwerter: Zum einen die Gefahr einer zweiten Infektionswelle und zum anderen die verhärteten Fronten zwischen den USA und China. Daher solle man mit Käufen wohl noch vorsichtig sein, auch weil es nicht mehr ganz so billig ist. Die nächste Börsenwoche hat wieder wichtige Termine auf der Agenda. Nach wichtigen Stimmungsdaten aus China zum Wochenauftakt wird besondere Aufmerksamkeit der EZB-Ratssitzung am Donnerstag beigemessen. Neben dem Zinsentscheid, könnte die Europäische Zentralbank auch das Anleihekaufprogramm erhöhen.

Lebt Angela Merkel noch?

Merkel hat das Prinzip von Transfers in Europa akzeptiert, und dass die Europäische Union dafür frisches Geld aufnimmt. Das ist neu, das ist stark„, kommentiert Sébastian Maillard, Leiter des Pariser Jacques-Delors-Instituts, den deutsch-französischen Wiederaufbauplan. Eine gesamtschuldnerische Haftung werde es nicht geben, „so lange ich lebe“, sagte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im Sommer 2012 in einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion.

Daher möchte ich eine wichtige Frage stellen: Lebt Angela Merkel noch, oder ist sie nur politisch tot? Stimmt ab, hier bei Twitter!