Coronakrise: Der Crash kam nicht

Dirk Müller sagte am 05.05.2020 in einem Interview mit Focus-Money: „Dieser Crash ist ,The Big One“. Er sprach auch von „explodierenden Preise“ und warnte davor, dass die Börsen für mehrere Wochen geschlossen würden. Und auch Marc Friedrich, der mit Matthias Weik verschiedene Crash-Bücher geschrieben hat, spricht im März 2020 von einem „monetären Endspiel“, die aktuelle Deflation würde in eine Hyperinflation übergehen. Die Finanzkrise aus 2008 würde gegen die aktuelle Krise aussehen wie ein Sommergewitter und auch die große Depression von 1929 noch in den Schatten stellen. Auch im Netz las man immer wieder, die Welt ginge unter. Aber das tat sie nicht. Der Crash kam nicht! Die meisten Aktienmärkte schlossen das Jahr 2020 mit Gewinn ab.

Langfristig wird es eine große Bereinigung geben. Doch die meisten Crashpropheten unterschätzen die Kraft der Geldsozialisten. Klar ist es unlogisch, wenn KEIN Crash kommt, aber er wird eben mit allen Mitteln wegfinanziert. Schlussendlich müssen das die Steuerzahler bezahlen, aber sie haben es ja so gewollt sonst hätten sie dem Geldsozialismus nicht zur Macht verholfen. Ich freue mich auf 2021 – es wird besser, cooler, erfolgreicher und erfreulicher. Wichtig ist immer, was man selbst draus macht. Nur Opfer glauben an Crashs! Man muss die Party genießen, solange sie läuft, und am Ende ist es nur noch wichtig, dass man nicht der Letzte ist, denn der macht das Licht aus.

Ihre Rendite in 2020

Deutsche Aktien (DAX): 3,55%

US-Technologie Aktien (NASDAQ100): 46,43%

US Aktien (DowJones): 5,34%

Gold (in Euro): 13,85%

Silber in Euro: 35,39%

Delivery Hero Aktie: 79,99%

Biontech (im Dezember): -25,68%

Wirecard: rd. -100%

Rentenfonds Euroland (Schnitt): rund 2,52%

MSCI World ETF: rd. 5%

Tagesgeld/Spareinlagen: -0,5% bis 0,00%

Danke Steuerzahler: Die neue Wohnungsbauprämie

Die 1952 eingeführte Wohnungsbauprämie(WoP) ist ein staatlicher Zuschuss auf Bausparverträge. Anspruch auf diese Prämie haben alle Personen über 16, die unterhalb der Einkommensgrenze liegen. Ab 2021 werden die Bedingungen für die WoP drastisch verbessert. Lohnt sich Bausparen wieder?

Der Staat überwies noch im Jahr 2005 rund 500 Millionen Euro Wohnungsbauprämie an die Sparer. Aufgrund der eingefrorenen Einkommensgrenzen sank der Aufwand des Fiskus auf 162 Millionen Euro im Jahr 2018. Bausparen mit staatlicher Zulage war einfach nicht mehr lukrativ. Zudem stört viele, dass das geförderte Guthaben, bis auf wenige Ausnahmen, „wohnwirtschaftlich“ verwendet werden muss. Einzelpersonen, die weniger als 2.133 € Monatsgehalt haben (brutto) bekommen bis einschließlich 2020 maximal 45,06 € Sparprämie, wenn sie es geschafft haben im ganzen Jahr 512 € auf den Bausparvertrag einzubezahlen. Für Ehepaare gilt jeweils das Doppelte.

Was Verbraucherschützer als „Konjunkturprogramm für Bausparkassen“ kritisieren, kann für Kleinsparer eine durchaus solide Renditequelle sein. Ab 2021 erhöhen sich die Einkommensgrenzen von 25.600 € auf 35.000 € (Eheleute: 70.000 €). Hierdurch könnten rechnerisch 60% der Bevölkerung wieder in den Genuss der Wohnungsbauprämie kommen. Außerdem steigt die Prämie selbst. Jährlich sind künftig zehn Prozent der jährlichen Einzahlungen von 700 Euro für Singles und 1.400 Euro für Verheiratete förderfähig. Bausparer bekommen also eine Prämie in Höhe von 70 € bzw. 140 € pro Jahr vom Staat.

Die meisten Bausparverträge haben in der Sparphase (nach Kosten) eine negative Rendite. Der Mehrwert für den Sparer liegt nur darin, dass er sich einen planbaren Darlehenszins in der fernen Zukunft sichert. Durch die Sparprämie kann die Rendite in der Sparphase wieder attraktiv werden. Wo sonst bekommt man risikolos einen „Zins“ in Höhe von 70 € bzw. 140 € Euro? Rechnet man alle Erträge und Kosten eines Bausparvertrages mit Wohnungsbauprämie, dann kommt man leicht auf jährliche Renditen von knapp über 2%. Und das bei nur 3 monatiger Kündigungsfrist und überschaubarer Laufzeit.

Natürlich kann diese Rendite durch gute ETFs oder Fonds geschlagen werden. Beim WoP-Bausparen sprechen wir aber über einen Anlagehorizont von rund sieben Jahren und einem Sparbeitrag von maximal rund 60 € pro Monat. Das ist klassisches „Zielsparen“ – aber eben (bis auf Ausnahmen) nur für wohnwirtschaftliche Zwecke. Übrigens: Die Einkommensgrenzen beziehen sich nicht auf das Bruttogehalt, sondern auf das zu versteuernde Einkommen. Ein Ehepaar mit 2 Kindern könnte also knapp 80.000 € pro Jahr verdienen.

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5 Alternativen zum Negativzins für Wertpapiermuffel

Sie hatten vor X Jahren mal Aktien der Telekom und haben seither eine Allergie gegen alles, was eine Wertpapierkennnummer hat? Bisher sind Sie damit gut gefahren, denn das viele Geld lag zwar unverzinst, aber sicher auf der Bank. Auf einmal geben die Banken den Negativzins an Sie weiter: Es gibt Lösungen.

  1. Ein Bausparvertrag. Ab 2021 gibt es neue Regeln zur Wohnungsbauprämie. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger bekommen sie wieder. Hierdurch könnte die Rendite eines Bausparvertrages wieder positiv werden. Zudem reservieren Sie für sich oder Ihre Erben einen niedrigen Darlehenszins für später.
  2. Sie sind Mitte 50, verdienen mehr als sie ausgeben können, und bezahlen sich bei der Einkommenssteuer dumm und dämlich: Stocken Sie Ihre Rente auf und verschieben Sie somit die Steuerlast ins Rentenalter, wo ihr Steuersatz geringer sein kann. Hierzu bezahlen Sie einfach in die gesetzliche Rente oder einen privaten Basisrentenvertrag ein. Ihre Rendite ist die Differenz der Steuersätze von heute und dem im Rentenalter.
  3. Machen Sie eine Schenkung: Viele Banken bieten Freibeträge an. Somit werden nur für größere Vermögen Negativzinsen fällig. Diese Freibeträge gelten vielmals pro Person. Denken Sie also über eine Schenkung an den Ehepartner oder die Kinder nach. Vorsicht: Schenkungssteuer! Beachten Sie auch hier die Freibeträge.
  4. Das Sparbuch ist zwar die dümmste Geldanlage der Welt (siehe hier), aber einen Vorteil hat diese Sparform: Auf Sparbüchern sind Negativzinsen verboten.
  5. Bildung: Machen Sie sich schlau über Wertpapiere. Es gibt inzwischen auch kurzlaufende Anleihen mit festem Zins und Kapitalgarantie. Nimmt man die Bonität bekannter Bankenverbände (z.B. Volksbanken oder Sparkassen), dann könnte man auf gut 0,15% pro Jahr kommen. Das ist immerhin 0,65% über dem Negativzins.

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Das Sparbuch: Die dümmste Geldanlage der Welt?

Jeder zweite Deutsche hat ein oder mehrere Sparbücher. Noch immer zählt es zu den beliebtesten Anlageformen. Es steht für Sicherheit und Beständigkeit. Immerhin gibt es diese Anlageform schon seit über 200 Jahren. Rational gesehen dürften Sparbücher eine der dümmsten Geldanlagen der Welt sein, aber warum sind sie so beliebt?

Montag Vormittag 10 Uhr. Ich warte in der Schlange des Bankschalters. Vor mir wird ein aufgebrachter Kunde bedient. Es war unüberhörbar, dass er dingend 30.000 € von seinem Sparbuch abheben möchte um damit ein Auto zu kaufen. Die Mitarbeiterin hinterm Tresen versucht dem Herrn zu erklären, dass ein Sparbuch eine drei monatige Kündigungsfrist hätte. Man könne zwar monatlich über 2.000 € verfügen, aber alles darüberhinaus müsse drei Monate vorher gekündigt werden. Auf einmal wird es laut. Der Kunde schreit: „Das war noch nie so! Das habt ihr neu erfunden! Früher war alles besser! Ich will ihren Chef sprechen!“ Nach wenigen Minuten kommt die Filialleiterin. Sie führt ein kurzes Telefongespräch (wahrscheinlich darf nicht mal sie eine Ausnahme genehmigen) und bezahlt das Geld sofort aus.

Spareinlagen sind nach § 1 Abs. 29 Satz 2 KWG unbefristete Gelder, die u.a. eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten aufweisen. 2.000 € pro Monat sind frei. Wer also höhere Beträge auf dem Sparbuch spart, und das Geld dann ungekündigt verfügen möchte, hat ein Problem: Entweder die Bank genehmigt die Auszahlung oder eben nicht. Was wird eine Bank in Zeiten eines krisenbedingten Liquiditätsengpasses tendenziell machen? Vorsicht: Es gibt auch noch Sondersparbücher mit 6 oder 12 Monaten Kündigungsfrist. Ein Sparbuch ist eben kein Tagesgeldkonto. Es erschließt sich mir nicht, weshalb jeder zweite Deutsche eine Geldanlage hat, die keine (oder kaum) Zinsen abwirft und nicht täglich verfügbar ist.

Und wie ist es mit der Sicherheit? Das Sparbuch ist ein „qualifiziertes Legitimationspapier“ im Sinne des § 808 Abs. 1 Satz 1 BGB. Danach kann das Kreditinstitut an den jeweiligen Vorleger des Sparbuchs mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen, sofern es sich um freie oder gekündigte Beträge handelt. Die Bank darf also an jeden Vorleger auszahlen! Natürlich kann man das Buch auch mit einem Kennwort schützen, das lassen sich aber die Banken recht teuer bezahlen. Wer mein Sparbuch findet oder stiehlt, kann somit theoretisch bis zu 2.000 € pro Kalendermonat verfügen. Der Vorleger hat keinen Anspruch auf Auszahlung (Bank kann im Zweifel verweigern), aber will ich mich darauf verlassen?

Die gute Nachricht zum Schluss: Es gibt zwar so gut wie keinen Zins, aber dieser Zins ist relativ gesehen sehr gut, denn Banken dürfen auf Sparbücher keine Negativzinsen verlangen. In manchen Bundesländern schreibt das Sparkassengesetz sogar „eine Eins an irgendeiner Stelle nach dem Komma“ vor. Bei solchen Banken sieht man dann oftmals Zinssätze wie 0,0001% oder ähnliches. Das ist aber immer noch besser, im Vergleich zu Minus 0,5%. Damit die Bank hierbei keine zu großen Verluste macht, muss sie die Spareinlagen langfristig (z.B. in Baufinanzierungen) anlegen. Daher wird es verständlich, warum immer mehr auf die Einhaltung der Kündigungsfristen gepocht wird.

Ein Sparbuch ist unsicher (außer es ist mit einem Kennwort gesichert oder liegt in einem Tresor) und extrem unflexibel. Aber es schützt vor Negativzinsen. Von der dümmsten Geldanlage der Welt zu sprechen, wäre zu heftig, aber für den langfristigen Vermögensaufbau ist es sehr ungeeignet. Das Sparbuch ist ein Instrument, das in bestimmten Konstellationen durchaus sinnvoll sein kann. Jeder zweite Deutsche hat ein Sparbuch – bei den meisten dürfte es wohl keinen Sinn machen.

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Die meist gehasste Börsenrally aller Zeiten

 Der Dax legte in der vergangenen Woche insgesamt mehr als neun Prozent zu. Das ist einer der größten Wochengewinne der Geschichte. Dabei näherte er sich seinem Rekordhoch von 13.795,24 Punkten bis auf gut 1.000 Zähler an, nachdem er im März zeitweise auf rund 8200 Stellen gefallen war. Dirk Müller sagte noch im Mai im Focus: „Dieser Crash ist ,The Big One“. Seither sind die Kurse fast nur gestiegen.

Profis hassen diese Rally! So hörte man im März doch überall noch Warnungen, die Welt ginge unter. Vielerorts wurde ins Negative übertrieben: Bei Panikverkäufen ebenso, wie beim Lockdown des öffentlichen Lebens. „Die Angst etwas zu versäumen“ hat nun die Aktienkurse dramatisch nach oben getrieben. Wegen der billionenschweren Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen setzen Investoren auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft. Es wird zu einer großen Umverteilung kommen, die Kapital von den Menschen hin zur Wirtschaft bewegt. Das spüren die Steuerzahlenden noch nicht mit neuen Belastungen, aber so krass, wie sich der Staat (und die EU) aktuell verschuldet, ist das nur eine Frage der Zeit. Das größte Risiko für den Aktienmarkt geht von einer zweiten Infektionswelle aus. Wenn man den DAX aktuell sieht, und die Großwetterlage dazu einschätzt, dann muss man sich bei diesen Gaga-Kursen schon die Augen reiben – es handelt sich eben um die meist gehasste Rally aller Zeiten. Vielleicht deshalb, weil viele nicht daran partizipieren?

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Zum #Kindertag: So baut man für die Kleinen ein Vermögen auf

In vielen US-Serien hört man von sogenannten „Collegefonds“. Gemeint sind gewöhnliche Investmentfonds, mit denen man für die Kinder ein Vermögen aufbauen kann. Mit dem Geld sollen die Sprösslinge irgendwann ihr Studium, die erste Wohnung oder andere Wünsche finanzieren können.

Es kann für Eltern sehr ratsam sein, einen Teil des Kindergeldes oder auch des Taschengeldes für den langfristigen Vermögensaufbau zu verwenden. So ein Kind, das heute zur Welt kommt, wird in 18-25 Jahren große Wünsche haben: Studium, Auslandsaufenthalt, Orientierungsjahr, Auto oder die erste Wohnung. Die wenigsten Kinder werden künftig mit 16 ins Berufsleben starten. Was können Eltern tun, um ihren Kinden einen möglichst großen Betrag mit auf den Weg zu geben?

Zunächst sollten Eltern (auch: Paten und Großeltern) klären, was sie regelmäßig sparen können bzw. wollen. Ich denke wir sind uns einig, dass das jährliche „Spardose entleeren“ nicht ausreichen wird. Gehen wir mal von 50 € monatlich für 20 Jahre aus: Diese Eltern können also aus eigener Kraft 12.000 € zur Seite legen. Nach Abzug einer zwei prozentigen jährlichen Inflation, bleibt hiervon eine Kaufkraft in Höhe von knapp 10.000 €. Man erkennt sofort: Was die Kinder dringend brauchen ist eine Rendite.

Manche Banken bezahlen Kindern noch Zinsen. Die Angebote liegen zwischen 0,5% und maximal 2%. Doch auch das reicht nicht aus, um die Inflation zu schlagen – es wäre stets ein Minusgeschäft. Bei einer so langen Laufzeit sind kurzfristige Schwankungen relativ egal. Daher können Eltern mit ruhigem Gewissen (breit gestreut) den Aktienmarkt nutzen. Bei einer beispielhaften Rendite von 6% p.a. kommt ein Vermögen in Höhe von 22.800 € zusammen. Nach Abzug einer Inflation entspricht das einer Kaufkraft von über 17.600 €.

Vorsicht Kostenfalle: Ich will nicht mit Zahlen nerven, aber von dieser schönen 6% Rendite könnten noch Kosten abgehen. Nimmt man einen teuren Aktienfonds mit 4% Ausgabeaufschlag und 1,2% laufenden Kosten dann schrumpfen unsere 22.800 € auf 19.200 €. Die Differenz verbleibt als tolle Provision bei der Bank bzw. Fondsgesellschaft. Für die Anbieter ist das ein lohnendes Geschäft, für die Kinder eher weniger.

Tipp: Wichtig ist, dass man einfach mal anfängt mit kleinen und regelmäßigen Sparbeträgen für die Kinder zu sparen. Je länger die Laufzeit und desto höher die Rendite, je niedriger darf die Sparrate sein. Auf die lange Sicht braucht niemand Angst vor Schwankungen zu haben. Die Kosten sollten nicht zu hoch sein, aber „nur billig“ ist auch nichts, denn von den Fonds will man ja auch eine gewisse Qualität erwarten. Mit Geld für Kinder sollte man nicht spekulieren, sondern breit gestreut investieren, damit die Kleinen wenn sie groß sind auch was davon haben.

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Dieser Börsencrash war nicht „The Big One“

Niemand klickt gerne auf einen Artikel, der behauptet, dass der Crash vorbei wäre. Mit Weltuntergangsszenarien und Crash-Prophezeiungen generiert man wesentlich mehr Klicks. Seit dem März-Tief hat der deutsche Leitindex DAX inzwischen um rund 40 Prozent aufgeholt und schloss gestern bei rund 11.500 Punkten. Damit steht für das bisherige Jahr 2020 noch ein Minus von -12.55% auf der Uhr. Ist dieses Minus ein nennenswerter Crash?

Ein Crash verkauft sich natürlich gut. Als der DAX im März weit unter 10.000 Punkte rutschte kamen sie alle aus Ihren Löchern: Egal ob Marc Friedrich und Matthias WeikMax OtteDirk MüllerMarkus Krall oder andere Propheten. Keiner von ihnen hatte eine Virus-Pandemie als externen Schock auf dem Schirm. Ich möchte die genannten Autoren nicht diskreditieren. Ich schätze ihre Expertise und Professionalität. Im März hatten wir ja auch einen Crash, und zwar einen sehr heftigen! Doch dann kam die Erholung: So schnell wie es nach unten ging, so schnell ging es wieder nach oben.

Die Anleger reagierten zuletzt ziemlich euphorisch auf den weltweit immer stärkeren Rückbau der Corona-Beschränkungen. Zudem werden Unsummen an Liquidität in die Märkte gepumpt: Zum einen durch die Notenbanken aber zum anderen auch durch neue Schuldenorgien neulinker Machthaber, die aufgrund der Krise völlig neue Befugnisse haben. Obwohl sich die Konjunktur noch immer im Rezessionsmodus befindet, schauen die Aktienmärkte schon in eine bessere Zukunft. Man geht davon aus, dass die Rettungspakete funktionieren und der Steuerzahler brav die Zeche zahlt. An dieser Stelle herzlichen Dank für eure Steuern, damit meine Aktien steigen. Danke! Danke! Danke!

Über den Märkten hängen derzeit zwei Damoklesschwerter: Zum einen die Gefahr einer zweiten Infektionswelle und zum anderen die verhärteten Fronten zwischen den USA und China. Daher solle man mit Käufen wohl noch vorsichtig sein, auch weil es nicht mehr ganz so billig ist. Die nächste Börsenwoche hat wieder wichtige Termine auf der Agenda. Nach wichtigen Stimmungsdaten aus China zum Wochenauftakt wird besondere Aufmerksamkeit der EZB-Ratssitzung am Donnerstag beigemessen. Neben dem Zinsentscheid, könnte die Europäische Zentralbank auch das Anleihekaufprogramm erhöhen.

Gold gehört in jedes Portfolio

Die Deutschen haben nicht vieles mit den Schwellenländern gemeinsam, aber bei der Beliebtheit von Gold gibt es eine große Gemeinsamkeit. Mit einem Privatbesitz von mehr als 8.000 Tonnen oder rund 100 Gramm pro Kopf zählen die Deutschen weltweit zu den treuesten Goldinvestoren.

Die Beliebtheit von Gold könnte an der Unsicherheit von Geld liegen. Niemand weiß, wie das globale Nullzins-Experiment ausgeht. Womöglich verlieren die Menschen irgendwann das Vertrauen in das Geldsystem? Dann könnte Gold seine Funktion als Währung der letzten Instanz ausüben, denn Gold ist nicht beliebig vermehrbar. Gold hat sich seit Jahrtausenden, trotz Wirtschaftskrisen, Kriegen und Währungsreformen, als stabiles Wertaufbewahrungsmittel gezeigt.

Wenn ich einem Portfolio Gold beimische (was ich stets tun würde), dann möchte ich damit kein (Papier-)Geld verdienen. Gedanklich bewerte ich Gold immer in Unzen und nicht in Euro. Eine Unze bleibt stets eine Unze – egal wie der Wechselkurs zum Euro steht. Gold bezahlt weder Zinsen, noch Mieten oder Dividenden. Gold ist quasi wie eine Versicherung: Hoffentlich braucht man sie nicht, aber man ist froh wenn man sie im Ernstfall hat. Einen Edelmetallanteil (i.d.R. Gold und Silber) von rund 5% bis 20% halte ich für empfehlenswert.

Isoliert betrachtet hat Gold vielmals eine höhere Volatilität, als beispielsweise Aktien. Der Mehrwert für das Portfolio liegt aber in der (teilweisen) negativen Korrelation. Gold kann bei systemischen Risiken beruhigend auf ein Gesamtportfolio einwirken. Dann gehen Wagnisanlagen, wie Aktien und Risikokapital, wie Anleihen, gleichermaßen in den Keller, während Gold (in Euro gerechnet) an Wert gewinnt.

Über die lange Frist (1975 bis 2018) brachte ein reines Aktieninvestment (MSCI World) pro Jahr mehr als doppelt so viel Rendite als Gold – und das bei etwas weniger Volatilität. Daher scheidet Gold als Einzelinvestment aus. Aber tun das nicht alle Anlageklassen? Ich kenne kein Asset, welches alleine betrachtet „so toll“ ist, dass man zu 100% darin investieren sollte. Die Beimischung von Gold hätte in den letzten Jahrzehnten zwar ein bisschen Rendite gekostet (im Vergleich zu Aktien), aber die Portfolio-Schwankung und somit das Stresslevel wäre entspannter gewesen.

Von Goldfonds und Gold-ETFs halte ich persönlich nicht viel. Manche Regionalbanken bieten „physische Goldsparpläne“ an oder haben dies in Planung. Sobald diese Produkte richtig in Fahrt kommen, nehme ich sie unter die Lupe. Meiner Meinung nach sollte man Edelmetalle immer physisch kaufen – auch aus steuerlichen Gründen (Kursgewinn ist nach 1 Jahr Spekulationsfrist steuerfrei). Bei Fonds hingegen wird auf Kursgewinne die Abgeltungssteuer fällig.

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Aktienmarkt im Mai: Es wird ein W

Nach dem 9%-Anstieg im April dürfte der DAX Anfang Mai tiefrot in den Handel starten. Ob die 10.000er Marke im Monatsverlauf hält, wird sich zeigen. Es droht die nächste Verkaufswelle.

Ein „U“ wird es nicht. Hierfür haben sich die Kurse zu schnell erholt. Was wir bisher an den Märkten sahen, war ein V – es ging schnell runter und schnell wieder hoch. Was nun droht ist das W: Quasi nochmal ein V. Die nächste Verkaufswelle kündigt sich an. Einigen Experten und Analysten ist der DAX noch viel zu hoch. Rechnet man die prognostizierten KGVs für 2020, dann sind sie zum Teil noch immer doppelt so hoch, als mitten in der Finanzkrise.

Im Mai kommen neben den Infektionszahlen, jede menge Impulse aus der Konjunktur. Insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten für April dürften Beachtung finden und einen beispiellosen Einbruch widerspiegeln. In Deutschland wird vor allem die Industrieproduktion im März zeigen, wie stark dieser wichtige Wirtschaftszweig unter den virusbedingten Einschränkungen gelitten hat. Zudem läuft die Berichtssaison auf ihren Höhepunkt zu, was zusätzlich Unsicherheit für die Anleger mit sich bringen kann. Die meisten Unternehmen geben für 2020 keine Prognose mehr ab und sind extrem vorsichtig.

Nachdem der Dax im Crash Ende Februar bis Mitte März rund 40 Prozent gefallen ist, erlebt er seither eine beeindruckende Erholung. Seit dem Tief bei rund 8250 Punkten ist das deutsche Aktienbarometer in nur sechs Wochen bereits wieder um ein Drittel oder 2750 Punkte gestiegen. Allerdings waren die Umsätze niedrig, was für keine gute Qualität der Gegenbewegung sprechen kann.

Übrigens: Der DAX war nie wirklich auf einem Rekordhoch. Der DAX ist nicht mehr zeitgemäß.

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Mitten in der Coronakrise: US-Börse mit größtem Monatsgewinn seit 1987

Gestern, am letzten Handelstag im April, tendieren die weltweiten Börsen zwar abwärts. Das ändert aber kaum etwas daran, dass sie den April als einen der stärksten Monate seit Langem beenden – und das mitten in der weltweiten Corona-Krise.

Viele Anleger haben im April ihre Quartalsberichte (per 31.03.2020) bekommen und waren zunächst geschockt. Beim aktuelleren Blick im Onlinebanking sahen sie dann aber einen höheren Wert. Was war passiert? Die Börse hat im April haussiert, obwohl die Coronakrise erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten wird. Obwohl es am Donnerstag zu großflächigen Gewinnmitnahmen kam, beendete der Dax den April immerhin mit einem Plus von ungefähr 9 Prozent. Dies ist auch als Gegenbewegung zum 40%-Einbruch im März zu verstehen. Dort hatten wohl viele Anleger und Investoren schlicht übertrieben und sich von Panik und Populismus leiten lassen.

In den USA sind mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos. Trotzdem performte die US-Börse im April so gut wie seit 1987 nicht mehr in einem einzigen Monat. Sogenannte Experten und Analysten führen dies auch auf die hohen Mengen an Liquidität durch die Notenbanken zurück. Zwar hat diese Woche weder die FED noch die EZB ihre Zinsen gesenkt, aber beide machten klar, dass sie bereit stünden, wenn es notwendig wird. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte die Volatilität an den Märkten weiter hoch bleiben. Auch erneute Einbrüche sind mehr als denkbar. Dennoch muss man begreifen, dass an der Börse nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt wird. Die Börse setzt nicht auf die Krise – sie setzt auf deren Ende.

„Langfristig bietet sich jetzt, vor allem für junge Sparer, eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen“, schrieb ich am 05.04., was sich bisher bestätigt.