Wenn Wirecard aus dem DAX fliegt, könnte schon wieder ein Immobilienkonzern nachrücken

Dass die Lufthansa aus dem DAX fliegt und durch die Deutsche Wohnen ersetzt wird, gilt als ausgemacht. Nun gab es diese Woche ein Blutbad bei Wirecard. Wenn der gebeutelte Konzern die erste Börsenliga verlassen muss, dann könnte nach Vonovia und der Deutschen Wohnen ein weiterer Immobilienkonzern in den DAX nachrücken.

Erst vor kurzem sicherte sich der MDAX-Konzern, Aroundtown SA, rund 78 Prozent an dem kleineren Konkurrenten TLG. Durch den Zusammenschluss werden die Luxemburger europaweit zum größten Anbieter von Bürohäusern. Gemessen an der Bilanzsumme entstand so der drittgrößte Immobilienkonzern Europas. Aroundtown verdient sein Geld zwar hauptsächlich mit Gewerbeimmobilien, ist aber auch mit 39 Prozent am Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties beteiligt, das zuletzt rund 76.000 Wohnungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin hatte. Das Unternehmen ist bisher kaum bekannt, außer vielleicht als Trikotsponsor des Bundesliga-Aufsteigers Union Berlin.

Bei den häufigsten Mietern bei der übernommenen TLG liest man Namen wie Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl. Somit kommt fast jeder Verbraucher, zumindest indirekt, in Kontakt mit Aroundtown. Durch den Skandal bei Wirecard hat die Aktie nun großes Potenzial, in den DAX aufgenommen zu werden. Vor dem Coronacrash brachte es Aroundtown auf eine Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Euro, inzwischen sind es noch etwas mehr als 8 Mrd. Euro. Sollte es zum DAX-Aufstieg kommen, dann müssen sämtliche DAX-ETFs ihre Zusammenstellung ändern, und die Aktie kaufen. Die Branchenzusammensetzung des DAX würde sich weiter in Richtung Immobilien entwickeln.

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So kam der Friedrich & Weik Wertefonds durch die Coronakrise

Marc Friedrich und Matthias Weik sind erfolgreiche Buchautoren. Mit ihren Untergangsthesen haben sie sich einen großflächigen Bekanntheitsgrad erworben. In ihrem neustem Buch warnen sie sogar vor dem „größten Crash aller Zeiten„. Die beiden sind nicht nur Buchautoren sondern auch „Fondsinitiatoren“. Der Coronacrash bietet eine tolle Gelegenheit, diesen Fonds mal genauer zu betrachten.

Für den „Friedrich & Weik Wertefonds R“ haben die Autoren nach eigenen Angaben bereits 36,8 Mio. EUR eingesammelt. Es handelt sich im einen sogenannten offenen Mischfonds. Der Ansatz zielt auf die Investition in fünf Anlageklassen: Gold, Aktien, Bargeld, real Assets und Goldminenaktien. Mit „real Assets“ sind physisches Silber, Immobilien, Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten gemeint. Die Aktienquote soll laut Website maximal 30% betragen. Aber Vorsicht, denn man will scheinbar noch bis zu 20% in Minenaktien investieren. Die gesamte Aktienquote kann daher wohl bis zu 50% betragen. Es handelt sich also um einen Fonds der Kategorie „flexible Mischfonds“. Die Initiatoren selbst bezeichnen den Fonds als offenes Sachwertinvestment. Ziel soll der Schutz vor Inflation und Negativzins sein.

Was kann für einen solchen Fonds eine bessere Bewährungsprobe sein, als der Corona-Crash in 2020? Zugegeben, auf diesen externen Schock war kaum jemand vorbereitet. Auch hatte kaum ein Crash-Prophet einen Virus als Auslöser auf dem Schirm. Womöglich ist das Virus auch (noch) kein Auslöser, sondern nur ein Beschleuniger von Problemen, die schon da sind (Überschuldung etc…). Wenn eine Inflation kommt, oder wenn ein anderes Risikoszenario eintritt, dann könnte dieser Fonds womöglich gut funktionieren. Aber auch durch den Corona-Crash ist er ganz gut gekommen.

Mitte März 2020 kam es beim Fonds zu einem Drawdown von 20,62%. Dieser Verlust baute sich innerhalb weniger als vier Wochen auf. Danach folgte analog zum Aktienmarkt eine Erholung: Von dem 20%igen Minus stehen derzeit noch zirka 5% auf der Uhr. Für 2020 steht eine grüne Null (+0,12%) zu Buche. Im Vergleich zu anderen flexiblen Mischfonds fällt auf, dass die Volatilität des Wertefonds etwas erhöht erscheint. Der Sektordurschnitt bei der Volatilität liegt auf Sicht eines Jahres bei rund 15%, der Wertefonds brachte es auf ca. 20%. Mit diesen 5%-Punkten mehr an „Risiko“ brachte der Fonds aber auch 10% mehr Rendite im Vergleich zum Sektor. Auf Sicht von 3 Jahren hat der Fonds noch keine 3% verdient – das Ziel „Inflationsschutz“ sollte wohl langfristig betrachtet werden.

Die aktuelle Vermögensstruktur liest sich flüssig und schlüssig. Von Wald und Ackerland ist allerdings noch nichts zu sehen. Insgesamt hat sich der Wertefonds in seinem ersten echten Crash gut behauptet. Und dies obwohl die Strategie natürlich nicht auf eine Pandemie ausgelegt ist. Die echte Bewährungsprobe steht noch aus.

Wichtig: Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab. Es handelt sich um eine persönliche Meinung. Alle Informationen sind sauber recherchiert, können aber auch fehlerhaft sein. Mit diesem Beitrag kann niemand entscheiden, ob der genannte Fonds für die eigene Anlagestrategie angemessen oder geeignet ist.

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Die meist gehasste Börsenrally aller Zeiten

 Der Dax legte in der vergangenen Woche insgesamt mehr als neun Prozent zu. Das ist einer der größten Wochengewinne der Geschichte. Dabei näherte er sich seinem Rekordhoch von 13.795,24 Punkten bis auf gut 1.000 Zähler an, nachdem er im März zeitweise auf rund 8200 Stellen gefallen war. Dirk Müller sagte noch im Mai im Focus: „Dieser Crash ist ,The Big One“. Seither sind die Kurse fast nur gestiegen.

Profis hassen diese Rally! So hörte man im März doch überall noch Warnungen, die Welt ginge unter. Vielerorts wurde ins Negative übertrieben: Bei Panikverkäufen ebenso, wie beim Lockdown des öffentlichen Lebens. „Die Angst etwas zu versäumen“ hat nun die Aktienkurse dramatisch nach oben getrieben. Wegen der billionenschweren Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen setzen Investoren auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft. Es wird zu einer großen Umverteilung kommen, die Kapital von den Menschen hin zur Wirtschaft bewegt. Das spüren die Steuerzahlenden noch nicht mit neuen Belastungen, aber so krass, wie sich der Staat (und die EU) aktuell verschuldet, ist das nur eine Frage der Zeit. Das größte Risiko für den Aktienmarkt geht von einer zweiten Infektionswelle aus. Wenn man den DAX aktuell sieht, und die Großwetterlage dazu einschätzt, dann muss man sich bei diesen Gaga-Kursen schon die Augen reiben – es handelt sich eben um die meist gehasste Rally aller Zeiten. Vielleicht deshalb, weil viele nicht daran partizipieren?

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Zum #Kindertag: So baut man für die Kleinen ein Vermögen auf

In vielen US-Serien hört man von sogenannten „Collegefonds“. Gemeint sind gewöhnliche Investmentfonds, mit denen man für die Kinder ein Vermögen aufbauen kann. Mit dem Geld sollen die Sprösslinge irgendwann ihr Studium, die erste Wohnung oder andere Wünsche finanzieren können.

Es kann für Eltern sehr ratsam sein, einen Teil des Kindergeldes oder auch des Taschengeldes für den langfristigen Vermögensaufbau zu verwenden. So ein Kind, das heute zur Welt kommt, wird in 18-25 Jahren große Wünsche haben: Studium, Auslandsaufenthalt, Orientierungsjahr, Auto oder die erste Wohnung. Die wenigsten Kinder werden künftig mit 16 ins Berufsleben starten. Was können Eltern tun, um ihren Kinden einen möglichst großen Betrag mit auf den Weg zu geben?

Zunächst sollten Eltern (auch: Paten und Großeltern) klären, was sie regelmäßig sparen können bzw. wollen. Ich denke wir sind uns einig, dass das jährliche „Spardose entleeren“ nicht ausreichen wird. Gehen wir mal von 50 € monatlich für 20 Jahre aus: Diese Eltern können also aus eigener Kraft 12.000 € zur Seite legen. Nach Abzug einer zwei prozentigen jährlichen Inflation, bleibt hiervon eine Kaufkraft in Höhe von knapp 10.000 €. Man erkennt sofort: Was die Kinder dringend brauchen ist eine Rendite.

Manche Banken bezahlen Kindern noch Zinsen. Die Angebote liegen zwischen 0,5% und maximal 2%. Doch auch das reicht nicht aus, um die Inflation zu schlagen – es wäre stets ein Minusgeschäft. Bei einer so langen Laufzeit sind kurzfristige Schwankungen relativ egal. Daher können Eltern mit ruhigem Gewissen (breit gestreut) den Aktienmarkt nutzen. Bei einer beispielhaften Rendite von 6% p.a. kommt ein Vermögen in Höhe von 22.800 € zusammen. Nach Abzug einer Inflation entspricht das einer Kaufkraft von über 17.600 €.

Vorsicht Kostenfalle: Ich will nicht mit Zahlen nerven, aber von dieser schönen 6% Rendite könnten noch Kosten abgehen. Nimmt man einen teuren Aktienfonds mit 4% Ausgabeaufschlag und 1,2% laufenden Kosten dann schrumpfen unsere 22.800 € auf 19.200 €. Die Differenz verbleibt als tolle Provision bei der Bank bzw. Fondsgesellschaft. Für die Anbieter ist das ein lohnendes Geschäft, für die Kinder eher weniger.

Tipp: Wichtig ist, dass man einfach mal anfängt mit kleinen und regelmäßigen Sparbeträgen für die Kinder zu sparen. Je länger die Laufzeit und desto höher die Rendite, je niedriger darf die Sparrate sein. Auf die lange Sicht braucht niemand Angst vor Schwankungen zu haben. Die Kosten sollten nicht zu hoch sein, aber „nur billig“ ist auch nichts, denn von den Fonds will man ja auch eine gewisse Qualität erwarten. Mit Geld für Kinder sollte man nicht spekulieren, sondern breit gestreut investieren, damit die Kleinen wenn sie groß sind auch was davon haben.

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Diese Gründe sprechen gegen eine staatlich geförderte Altersvorsorge

Altersvorsorge an sich macht vielen keinen Spaß. Wenn sie staatlich gefördert ist, dann hört sich das schon besser an. Insbesondere neulinke Kreise stehen ohnehin total drauf, wenn sich der Staat in ihr Leben einmischt. So auch bei der Altersvorsorge. Doch Vorsicht: Immer wenn der Staat etwas gibt, dann nimmt er auch wieder was.

Nachgelagerte Besteuerung: Egal ob Schicht 1 (Basisrente) oder Schicht 2 (Riester- und Betriebsrente), beide Wege werden nachgelagert besteuert. In der Schicht 2 fallen sogar noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Man versteuert also nicht nur den Kapitalertrag, sondern das komplette Geld, das irgendwann aus dem Vertrag kommt. In der Sparphase hat man den ein oder anderen Vorteil, aber in der Rentenphase langt der Staat zum dort gültigen Steuersatz kräftig hin. Wer kennt seinen Steuersatz in 20, 30 oder 40 Jahren? In diese Abhängigkeit würde ich mich niemals begeben. Vielleicht beschließt eine linksgrüne Regierung irgendwann einen 100%-Steuersatz – dann ist alles futsch.

Kapitalgarantie: Der typische Deutsche ist ein Angsthase. Lieber hat er Null Ertrag, kann aber nichts verlieren. Insbesondere bei der Riesterrente haben die Anbieter das große Problem der Kapitalgarantie. Die Fongsmanager könnten auf lange Sicht attraktive Renditen aus Risikoanlagen ziehen, aber sie dürfen nicht, denn zum Rentenbeginn muss eine Kapitalgarantie stehen. Diese Garantie müssen die Anbieter mit Eigenkapital unterlegen, was (gerade für Banken) sehr teuer ist. Wer für eine Altersvorsorge, die noch mehrere Jahrzehnte läuft, eine Garantie benötigt, hat das Investieren nicht verstanden. Was bringt mir eine Garantie in Euro? Man bekommt zwar einen Betrag X versprochen, weiß aber nicht, was dieses Geld in Zukunft wert sein wird. Man hat keinerlei Sachwerte – nur Kredit.

Und dann ist da noch die fehlende Flexibilität und die stark eingeschränkte Vererbbarkeit. Was viele Betriebsrentner auch nicht wissen, ist dass sich durch die Beiträge das Bruttoeinkommen verringert. So bezahlt man in der Sparphase weniger in die gesetzliche Rente ein. Wer also eine Betriebsrente bespart, bekommt später weniger Rente (ggf. auch weniger Erwerbsminderungsrente). Von den Kosten dieser Verträge möchte ich gar nicht erst anfangen. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das selbst tun: Ohne Staat, ohne Arbeitgeber und ohne sonstige Machthaber, von denen man sich abhängig macht.

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Dieser Börsencrash war nicht „The Big One“

Niemand klickt gerne auf einen Artikel, der behauptet, dass der Crash vorbei wäre. Mit Weltuntergangsszenarien und Crash-Prophezeiungen generiert man wesentlich mehr Klicks. Seit dem März-Tief hat der deutsche Leitindex DAX inzwischen um rund 40 Prozent aufgeholt und schloss gestern bei rund 11.500 Punkten. Damit steht für das bisherige Jahr 2020 noch ein Minus von -12.55% auf der Uhr. Ist dieses Minus ein nennenswerter Crash?

Ein Crash verkauft sich natürlich gut. Als der DAX im März weit unter 10.000 Punkte rutschte kamen sie alle aus Ihren Löchern: Egal ob Marc Friedrich und Matthias WeikMax OtteDirk MüllerMarkus Krall oder andere Propheten. Keiner von ihnen hatte eine Virus-Pandemie als externen Schock auf dem Schirm. Ich möchte die genannten Autoren nicht diskreditieren. Ich schätze ihre Expertise und Professionalität. Im März hatten wir ja auch einen Crash, und zwar einen sehr heftigen! Doch dann kam die Erholung: So schnell wie es nach unten ging, so schnell ging es wieder nach oben.

Die Anleger reagierten zuletzt ziemlich euphorisch auf den weltweit immer stärkeren Rückbau der Corona-Beschränkungen. Zudem werden Unsummen an Liquidität in die Märkte gepumpt: Zum einen durch die Notenbanken aber zum anderen auch durch neue Schuldenorgien neulinker Machthaber, die aufgrund der Krise völlig neue Befugnisse haben. Obwohl sich die Konjunktur noch immer im Rezessionsmodus befindet, schauen die Aktienmärkte schon in eine bessere Zukunft. Man geht davon aus, dass die Rettungspakete funktionieren und der Steuerzahler brav die Zeche zahlt. An dieser Stelle herzlichen Dank für eure Steuern, damit meine Aktien steigen. Danke! Danke! Danke!

Über den Märkten hängen derzeit zwei Damoklesschwerter: Zum einen die Gefahr einer zweiten Infektionswelle und zum anderen die verhärteten Fronten zwischen den USA und China. Daher solle man mit Käufen wohl noch vorsichtig sein, auch weil es nicht mehr ganz so billig ist. Die nächste Börsenwoche hat wieder wichtige Termine auf der Agenda. Nach wichtigen Stimmungsdaten aus China zum Wochenauftakt wird besondere Aufmerksamkeit der EZB-Ratssitzung am Donnerstag beigemessen. Neben dem Zinsentscheid, könnte die Europäische Zentralbank auch das Anleihekaufprogramm erhöhen.

Lebt Angela Merkel noch?

Merkel hat das Prinzip von Transfers in Europa akzeptiert, und dass die Europäische Union dafür frisches Geld aufnimmt. Das ist neu, das ist stark„, kommentiert Sébastian Maillard, Leiter des Pariser Jacques-Delors-Instituts, den deutsch-französischen Wiederaufbauplan. Eine gesamtschuldnerische Haftung werde es nicht geben, „so lange ich lebe“, sagte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im Sommer 2012 in einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion.

Daher möchte ich eine wichtige Frage stellen: Lebt Angela Merkel noch, oder ist sie nur politisch tot? Stimmt ab, hier bei Twitter!

Deshalb würde ich niemals einen Anleihen ETF kaufen

Ich bin heute über einen Blogbeitrag mit dem Titel „Anleihen ETF sinnvoll? Warum ich Anleihen ETFs kaufe“ gestolpert. Gefunden habe ich den Beitrag, wie so oft über die Plattform „Finanzblognews„.

Ich halte Anleihen ETF nicht nur für sinnlos, sondern auch gefährlich. Diese künstlichen Fonds, sollen verzinste Wertpapiere bündeln und abbilden. Aus Wertpapieren mit Laufzeiten wird ein ETF, der täglich handelbar sein soll. Was mit Fonds passiert, die täglich handelbar sind, aber in langfristige Güter investieren, sah man beim Abverkauf mancher offener Immobilienfonds während der Finanzkrise. Daraufhin wurden Mindesthalte- und Kündigungsfristen eingeführt. In der Corona-Krise passierte das gleiche bei Anleihen ETF. Während der Markteinbrüche im März 2020 rutschten die Preise vieler Anleihe-ETFs deutlich unter den Wert der abgebildeten Indizes.

ETFs sind toxische Wertpapiere, die zu Übertreibungen an den Märkten führen können. Sie nehmen viel Volatilität aus dem Markt raus, die sich dann ungehemmt woanders entladen kann. Der Tagesschlusskurs des in den USA gehandelten, 55 Milliarden Dollar schweren Total Bond ETF von Vanguard lag zum Beispiel rund sechs Prozent unter dem Nettoinventarwert (NAV), das ist der offizielle Gesamtwert des entsprechenden Fondsanteils. Auch bei europäischen Anleihe-ETFs kam es zu Abschlägen. Viele ETFs waren unterhalb ihres eigentlichen Wertes.

Ein weiterer Punkt, der gegen Anleihen ETF spricht, ist das fehlende Management. Anleihen haben drei Ertragsquellen: Der Zins, der Kurs und die Währung. Während der Zins noch einigermaßen automatisch kommt, bedarf es bei Kurs und Währung eines gewissen Managements – vor allem weil der Zins nahe Null tendiert. Ein guter Rentenfond mit aktivem Management steuert die Duration, die Spreads und die Währungen. Zugegeben, nicht alle Rentenfonds sind gut, aber wenn man sie sucht, dann findet man auch gute. Man stelle sich nur eine Unternehmensanleihe vor. Die Firma gerät in Schwierigkeiten. Wen schickt der Anleihen ETF an den Verhandlungstisch? Bei Aktien lasse ich mir ETFs noch einigermaßen gefallen, aber Anleihen sollte man meiner Meinung nach niemals ins ETF-Korsett stecken.

Ohne Inflation droht uns eine Vermögensabgabe

Eigentlich ist es kaum zu glauben: Die letzten 10 Jahre haben unsere Politdarsteller in Berlin „Rekordsteuereinnahmen“ und „schwarze Nullen“ gefeiert. Nach 10 Jahren Boom bringen uns 2-3 schwache Quartale schon in Finanznöte. Das Regime ist völlig überschuldet und sucht verzweifelt nach neuen Geldquellen.

Wer soll das alles bezahlen?„, ist die berechtigte Frage, die z.B. auch von den Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik gestellt wird. Die Frage kam schon damals, als unser Staat im großen Stil Banken (statt Menschen) gerettet hat, aber auch später als man Pleiteländer finanzieren musste. Im großen Bild ging es nur darum, die Machtstrukturen der EU und ihrer Institutionen zu erhalten. Neben Banken und Staaten hat man auch sogenannte Zombieunternehmen erzeugt, wie z.B. Dr. Markus Krall sehr detailliert schreibt. Der künstlich niedrig gehaltene Zins hält Firmen am leben, die unter normalen Bedingungen längst nicht mehr überlebensfähig wären.

Das gefährliche an jeder Krise ist die Tatsache, dass der manipulierte Wähler stets mehr Freiheit an seine Machthaber abgibt. Der neulinken Politik wird es nicht schwer fallen, neue Steuern einzutreiben oder ihre Machtstrukturen weiter auszubauen. Persönliche Freiheiten und Eigentum steckt der manipulierte Wähler stets gerne zurück – zum Wohle der Allgemeinheit. Dieser neulinke Sozialismus macht vielen aufgeklärten Menschen große Angst. Nun mehren sich die Anzeichen einer neuen Vermögensabgabe. Mit diesem Instrument konfisziert der Staat im großen Stil das Eigentum seiner Bürgerinnen und Bürger.

Während sich die schwarzen Sozialisten noch reserviert halten, kommen von den roten Sozialisten schon konkrete Forderungen. “Wie ich sehe, sind dabei Lastenausgleich oder Vermögensabgabe als Mittel zu einer gerechten Bewältigung der Krise keine Tabus mehr“, sagte die SPD-Chefin Saskia Esken den Zeitungen des “Redaktionsnetzwerks Deutschland”. Bundesfinanzminister Scholz plädierte im ZDF dafür, nach der Krise eine Debatte über Sonderabgaben zu führen. Man kann sicher davon ausgehen, dass die CDU irgendwann wieder genau das macht, was die SPD heute fordert. Dann wird es teuer für uns.

Ein Staat hat sowieso nur drei Möglichkeiten, um seinen Schuldenberg zu stemmen. Erstens: Inflation (dann werden Schulden weniger wert, aber auch Guthaben). Zweitens: Enteignungen, also neue Steuern und Abgaben. Drittens: Krieg, also Plünderung von Vermögen des Kriegsverlierers. Da wir keine Wikinger sind, schließe ich die dritte Option mal aus. Es bleibt Inflation und Enteignung der eigenen Bürger. Die EZB ist beauftragt, eine gesunde Inflation mit negativem Realzins zu erzeugen. Dann verlieren Sparer an Kaufkraft und der Staat profitiert als billionenfacher Schuldner.

Nun wissen wir aber alle, dass die Inflation nicht kommt. Die EZB verfolgt dieses Ziel ja schon länger. Zeitweise drohte sogar eine Deflation! „Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie aber selber“, erklärte uns John Maynard Keynes schon vor Jahrzehnten. Die vielen Maßnahmen der EZB entladen sich stets in anderen Assets, führen aber nicht wirklich zu Inflation. Unsere Geldpolitiker wollen mit aller Kraft unser Geld entwerten, aber sie schaffen es nicht. Wenn die Inflation als Finanzierungsbaustein weg fällt, dann braucht der Staat mehr Steuern. Die Vermögensabgabe kommt.

Erst kürzlich hatten die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages eine Studie erstellt, die sich mit der Verfassungsmäßigkeit einer Vermögensabgabe befasste. Dort heißt es: „Die Vermögensabgabe muss laut Verfassung eine einmalige Abgabe bleiben. Allerdings ist es zulässig, diese einmalige Abgabe über mehrere Jahre zu verteilen…“. … „Unzulässig wäre hingegen der Versuch, durch wiederholte Erhebung einer Vermögensabgabe kontinuierlichen Zugriff auf Vermögen zu nehmen, da dies dem verfassungsrechtlichen Postulat der Einmaligkeit zuwiderlaufen würde und zudem als falsch etikettierte Vermögenssteuer die Zustimmung des Bundesrates nach Art. 105 Abs. 3 GG umgehen würde.“ Die Coronakrise liefert jetzt die ideale Steilvorlage, um solche Pläne zügig in die Tat umzusetzen. Kommt keine Inflation, dann haben unsere Machthaber keine andere Wahl.

Über Höhe und Umfang einer neuen Abgabe lässt sich natürlich nur spekulieren. Denkbar wäre eine Belastung von Immobilien, Guthaben und Wertpapieren. Bei Aktien zum Beispiel könnte der Staat einfach zulangen. Die Banken müssen dann die Depotinhaber einfach nach dem EAEG entschädigen. Dieses Gesetz und die entsprechende Regelung gibt es schon seit 1998. „Der Anspruch gegen die Entschädigungseinrichtung ist der Höhe nach begrenzt auf 90 Prozent des Wertes dieser Wertpapiere, maximal jedoch auf den Gegenwert von 20.000 Euro.“ Während die gesetzliche Einlagensicherung im Zuge der Finanzkrise von 20.000 auf 100.000 Euro erhöht wurde, hat man die Höchstgrenze beim Anlegerschutz einfach beibehalten. Sicherlich finden sich noch mehr solcher Gesetze, die dem Staat bei einer Enteignung einfaches Spiel erlauben. Das VVG ist auch nicht ohne: Wer sein Geld in Versicherungen stecken hat, kann mit folgendem Rechnen: „Alle Arten von Zahlungen, besonders Versicherungsleistungen, Gewinnverteilungen und bei Lebensversicherungen der Rückkauf oder die Beleihung des Versicherungsscheins sowie Vorauszahlungen darauf, können zeitweilig verboten werden.„(§ 314).

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Grüne Mogelpackung? Der neue ESG DAX

Das neueste Mitglied in der DAX-Familie ist, wie könnte es anders sein, ein nachhaltiger Index. Der neue DAX enthält 50 Titel. Mit dabei sind 23 der 30 klassischen DAX-Titel. Die ETF-Branche wittert Vertriebschancen, Experten sind skeptisch.

Der neue ESG-DAX nährt sich aus den drei Indizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Gewichtung von Einzeltiteln ist auf sieben Prozent begrenzt. Allerdings gibt es auch Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln – wenn es etwa zu Verstößen gegen die Nachhaltigkeitskriterien kommen sollte. Grundlage sind die UN Global Compact Prinzipien, auch als ESG-Kriterien bekannt.  Titel wie Eon, RWE, Volkswagen und MTU haben es übrigens nicht in den neuen Index geschafft. Auch Airbus, Rheinmetall, Uniper und Jenoptik fallen durchs Raster.

Die am größten vertretene Branche im neuen Index sind Finanzwerte.  IT-Werte sind am geringsten gewichtet. Die  Deutsche Börse reiht sich in eine große Liste anderer ESG-Indizes ein. Der neue ESG-DAX ist kaum innovativ. Die Nachhaltigkeitsansprüche echter Ökofreaks werden durch den ESG nicht wirklich befriedigt, denn es gibt kein Ausschlusskriterium für fossile Brennstoffe wie Erdöl, -gas und Ölsand. Zielgruppe für die nun zahlreichen neuen ETFs auf den Index dürften neugrüne Hippster sein.

Für manche ist es vollkommen unverständlich, weshalb ein Unternehmen wie BASF enthalten ist, dessen Tochterunternehmen Wintershall der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent ist und in Argentinien Fracking-Projekte betreibt. Auch Bayer ist enthalten, dessen Tochter Monsanto seit Jahren in der Kritik steht. Auch Bayer, Daimler, Deutsche Bank oder Siemens sind mit dabei, während kleinere Firmen mangels Handelsvolumen keine Chance haben.

Im Vergleich zum „ÖkoDAX“, den die Deutsche Börse Mitte 2007 eingeführt hat, wird sich der ESG-DAX wohl besser entwickeln. Der „ÖkoDAX“ hatte bis Februar 2020 rund 97% im Vergleich zu seinem Höchststand eingebüßt. Der ESG-DAX wird sich annähernd so entwickeln wie seine „Zulieferer“: DAX, MDAX und TecDAX. Immerhin sind 23 der 30 DAX-Werte im neuen Index enthalten.

Für mich ist das alles eine reine Marketingnummer. Man könnte das Gefühl haben, die Finanzindustrie malt ihre Produkte einfach nur grün an, um sie besser absetzen zu können. Vor Jahren hat das die Lebensmittelindustrie erfolgreich vorgemacht. Auf einmal gab es glutenfreien Tee, Bio-Wasser, veganer Käse, laktosefreie Birnen, Chemie-Sojapampe und anderen Quatsch, den man auf einmal teurer verkaufen konnte.

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