Wenn Wirecard aus dem DAX fliegt, könnte schon wieder ein Immobilienkonzern nachrücken

Dass die Lufthansa aus dem DAX fliegt und durch die Deutsche Wohnen ersetzt wird, gilt als ausgemacht. Nun gab es diese Woche ein Blutbad bei Wirecard. Wenn der gebeutelte Konzern die erste Börsenliga verlassen muss, dann könnte nach Vonovia und der Deutschen Wohnen ein weiterer Immobilienkonzern in den DAX nachrücken.

Erst vor kurzem sicherte sich der MDAX-Konzern, Aroundtown SA, rund 78 Prozent an dem kleineren Konkurrenten TLG. Durch den Zusammenschluss werden die Luxemburger europaweit zum größten Anbieter von Bürohäusern. Gemessen an der Bilanzsumme entstand so der drittgrößte Immobilienkonzern Europas. Aroundtown verdient sein Geld zwar hauptsächlich mit Gewerbeimmobilien, ist aber auch mit 39 Prozent am Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties beteiligt, das zuletzt rund 76.000 Wohnungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin hatte. Das Unternehmen ist bisher kaum bekannt, außer vielleicht als Trikotsponsor des Bundesliga-Aufsteigers Union Berlin.

Bei den häufigsten Mietern bei der übernommenen TLG liest man Namen wie Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl. Somit kommt fast jeder Verbraucher, zumindest indirekt, in Kontakt mit Aroundtown. Durch den Skandal bei Wirecard hat die Aktie nun großes Potenzial, in den DAX aufgenommen zu werden. Vor dem Coronacrash brachte es Aroundtown auf eine Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Euro, inzwischen sind es noch etwas mehr als 8 Mrd. Euro. Sollte es zum DAX-Aufstieg kommen, dann müssen sämtliche DAX-ETFs ihre Zusammenstellung ändern, und die Aktie kaufen. Die Branchenzusammensetzung des DAX würde sich weiter in Richtung Immobilien entwickeln.

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Die meist gehasste Börsenrally aller Zeiten

 Der Dax legte in der vergangenen Woche insgesamt mehr als neun Prozent zu. Das ist einer der größten Wochengewinne der Geschichte. Dabei näherte er sich seinem Rekordhoch von 13.795,24 Punkten bis auf gut 1.000 Zähler an, nachdem er im März zeitweise auf rund 8200 Stellen gefallen war. Dirk Müller sagte noch im Mai im Focus: „Dieser Crash ist ,The Big One“. Seither sind die Kurse fast nur gestiegen.

Profis hassen diese Rally! So hörte man im März doch überall noch Warnungen, die Welt ginge unter. Vielerorts wurde ins Negative übertrieben: Bei Panikverkäufen ebenso, wie beim Lockdown des öffentlichen Lebens. „Die Angst etwas zu versäumen“ hat nun die Aktienkurse dramatisch nach oben getrieben. Wegen der billionenschweren Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen setzen Investoren auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft. Es wird zu einer großen Umverteilung kommen, die Kapital von den Menschen hin zur Wirtschaft bewegt. Das spüren die Steuerzahlenden noch nicht mit neuen Belastungen, aber so krass, wie sich der Staat (und die EU) aktuell verschuldet, ist das nur eine Frage der Zeit. Das größte Risiko für den Aktienmarkt geht von einer zweiten Infektionswelle aus. Wenn man den DAX aktuell sieht, und die Großwetterlage dazu einschätzt, dann muss man sich bei diesen Gaga-Kursen schon die Augen reiben – es handelt sich eben um die meist gehasste Rally aller Zeiten. Vielleicht deshalb, weil viele nicht daran partizipieren?

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Dieser Börsencrash war nicht „The Big One“

Niemand klickt gerne auf einen Artikel, der behauptet, dass der Crash vorbei wäre. Mit Weltuntergangsszenarien und Crash-Prophezeiungen generiert man wesentlich mehr Klicks. Seit dem März-Tief hat der deutsche Leitindex DAX inzwischen um rund 40 Prozent aufgeholt und schloss gestern bei rund 11.500 Punkten. Damit steht für das bisherige Jahr 2020 noch ein Minus von -12.55% auf der Uhr. Ist dieses Minus ein nennenswerter Crash?

Ein Crash verkauft sich natürlich gut. Als der DAX im März weit unter 10.000 Punkte rutschte kamen sie alle aus Ihren Löchern: Egal ob Marc Friedrich und Matthias WeikMax OtteDirk MüllerMarkus Krall oder andere Propheten. Keiner von ihnen hatte eine Virus-Pandemie als externen Schock auf dem Schirm. Ich möchte die genannten Autoren nicht diskreditieren. Ich schätze ihre Expertise und Professionalität. Im März hatten wir ja auch einen Crash, und zwar einen sehr heftigen! Doch dann kam die Erholung: So schnell wie es nach unten ging, so schnell ging es wieder nach oben.

Die Anleger reagierten zuletzt ziemlich euphorisch auf den weltweit immer stärkeren Rückbau der Corona-Beschränkungen. Zudem werden Unsummen an Liquidität in die Märkte gepumpt: Zum einen durch die Notenbanken aber zum anderen auch durch neue Schuldenorgien neulinker Machthaber, die aufgrund der Krise völlig neue Befugnisse haben. Obwohl sich die Konjunktur noch immer im Rezessionsmodus befindet, schauen die Aktienmärkte schon in eine bessere Zukunft. Man geht davon aus, dass die Rettungspakete funktionieren und der Steuerzahler brav die Zeche zahlt. An dieser Stelle herzlichen Dank für eure Steuern, damit meine Aktien steigen. Danke! Danke! Danke!

Über den Märkten hängen derzeit zwei Damoklesschwerter: Zum einen die Gefahr einer zweiten Infektionswelle und zum anderen die verhärteten Fronten zwischen den USA und China. Daher solle man mit Käufen wohl noch vorsichtig sein, auch weil es nicht mehr ganz so billig ist. Die nächste Börsenwoche hat wieder wichtige Termine auf der Agenda. Nach wichtigen Stimmungsdaten aus China zum Wochenauftakt wird besondere Aufmerksamkeit der EZB-Ratssitzung am Donnerstag beigemessen. Neben dem Zinsentscheid, könnte die Europäische Zentralbank auch das Anleihekaufprogramm erhöhen.

Grüne Mogelpackung? Der neue ESG DAX

Das neueste Mitglied in der DAX-Familie ist, wie könnte es anders sein, ein nachhaltiger Index. Der neue DAX enthält 50 Titel. Mit dabei sind 23 der 30 klassischen DAX-Titel. Die ETF-Branche wittert Vertriebschancen, Experten sind skeptisch.

Der neue ESG-DAX nährt sich aus den drei Indizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Gewichtung von Einzeltiteln ist auf sieben Prozent begrenzt. Allerdings gibt es auch Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln – wenn es etwa zu Verstößen gegen die Nachhaltigkeitskriterien kommen sollte. Grundlage sind die UN Global Compact Prinzipien, auch als ESG-Kriterien bekannt.  Titel wie Eon, RWE, Volkswagen und MTU haben es übrigens nicht in den neuen Index geschafft. Auch Airbus, Rheinmetall, Uniper und Jenoptik fallen durchs Raster.

Die am größten vertretene Branche im neuen Index sind Finanzwerte.  IT-Werte sind am geringsten gewichtet. Die  Deutsche Börse reiht sich in eine große Liste anderer ESG-Indizes ein. Der neue ESG-DAX ist kaum innovativ. Die Nachhaltigkeitsansprüche echter Ökofreaks werden durch den ESG nicht wirklich befriedigt, denn es gibt kein Ausschlusskriterium für fossile Brennstoffe wie Erdöl, -gas und Ölsand. Zielgruppe für die nun zahlreichen neuen ETFs auf den Index dürften neugrüne Hippster sein.

Für manche ist es vollkommen unverständlich, weshalb ein Unternehmen wie BASF enthalten ist, dessen Tochterunternehmen Wintershall der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent ist und in Argentinien Fracking-Projekte betreibt. Auch Bayer ist enthalten, dessen Tochter Monsanto seit Jahren in der Kritik steht. Auch Bayer, Daimler, Deutsche Bank oder Siemens sind mit dabei, während kleinere Firmen mangels Handelsvolumen keine Chance haben.

Im Vergleich zum „ÖkoDAX“, den die Deutsche Börse Mitte 2007 eingeführt hat, wird sich der ESG-DAX wohl besser entwickeln. Der „ÖkoDAX“ hatte bis Februar 2020 rund 97% im Vergleich zu seinem Höchststand eingebüßt. Der ESG-DAX wird sich annähernd so entwickeln wie seine „Zulieferer“: DAX, MDAX und TecDAX. Immerhin sind 23 der 30 DAX-Werte im neuen Index enthalten.

Für mich ist das alles eine reine Marketingnummer. Man könnte das Gefühl haben, die Finanzindustrie malt ihre Produkte einfach nur grün an, um sie besser absetzen zu können. Vor Jahren hat das die Lebensmittelindustrie erfolgreich vorgemacht. Auf einmal gab es glutenfreien Tee, Bio-Wasser, veganer Käse, laktosefreie Birnen, Chemie-Sojapampe und anderen Quatsch, den man auf einmal teurer verkaufen konnte.

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Aktienmarkt im Mai: Es wird ein W

Nach dem 9%-Anstieg im April dürfte der DAX Anfang Mai tiefrot in den Handel starten. Ob die 10.000er Marke im Monatsverlauf hält, wird sich zeigen. Es droht die nächste Verkaufswelle.

Ein „U“ wird es nicht. Hierfür haben sich die Kurse zu schnell erholt. Was wir bisher an den Märkten sahen, war ein V – es ging schnell runter und schnell wieder hoch. Was nun droht ist das W: Quasi nochmal ein V. Die nächste Verkaufswelle kündigt sich an. Einigen Experten und Analysten ist der DAX noch viel zu hoch. Rechnet man die prognostizierten KGVs für 2020, dann sind sie zum Teil noch immer doppelt so hoch, als mitten in der Finanzkrise.

Im Mai kommen neben den Infektionszahlen, jede menge Impulse aus der Konjunktur. Insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten für April dürften Beachtung finden und einen beispiellosen Einbruch widerspiegeln. In Deutschland wird vor allem die Industrieproduktion im März zeigen, wie stark dieser wichtige Wirtschaftszweig unter den virusbedingten Einschränkungen gelitten hat. Zudem läuft die Berichtssaison auf ihren Höhepunkt zu, was zusätzlich Unsicherheit für die Anleger mit sich bringen kann. Die meisten Unternehmen geben für 2020 keine Prognose mehr ab und sind extrem vorsichtig.

Nachdem der Dax im Crash Ende Februar bis Mitte März rund 40 Prozent gefallen ist, erlebt er seither eine beeindruckende Erholung. Seit dem Tief bei rund 8250 Punkten ist das deutsche Aktienbarometer in nur sechs Wochen bereits wieder um ein Drittel oder 2750 Punkte gestiegen. Allerdings waren die Umsätze niedrig, was für keine gute Qualität der Gegenbewegung sprechen kann.

Übrigens: Der DAX war nie wirklich auf einem Rekordhoch. Der DAX ist nicht mehr zeitgemäß.

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Mitten in der Coronakrise: US-Börse mit größtem Monatsgewinn seit 1987

Gestern, am letzten Handelstag im April, tendieren die weltweiten Börsen zwar abwärts. Das ändert aber kaum etwas daran, dass sie den April als einen der stärksten Monate seit Langem beenden – und das mitten in der weltweiten Corona-Krise.

Viele Anleger haben im April ihre Quartalsberichte (per 31.03.2020) bekommen und waren zunächst geschockt. Beim aktuelleren Blick im Onlinebanking sahen sie dann aber einen höheren Wert. Was war passiert? Die Börse hat im April haussiert, obwohl die Coronakrise erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten wird. Obwohl es am Donnerstag zu großflächigen Gewinnmitnahmen kam, beendete der Dax den April immerhin mit einem Plus von ungefähr 9 Prozent. Dies ist auch als Gegenbewegung zum 40%-Einbruch im März zu verstehen. Dort hatten wohl viele Anleger und Investoren schlicht übertrieben und sich von Panik und Populismus leiten lassen.

In den USA sind mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos. Trotzdem performte die US-Börse im April so gut wie seit 1987 nicht mehr in einem einzigen Monat. Sogenannte Experten und Analysten führen dies auch auf die hohen Mengen an Liquidität durch die Notenbanken zurück. Zwar hat diese Woche weder die FED noch die EZB ihre Zinsen gesenkt, aber beide machten klar, dass sie bereit stünden, wenn es notwendig wird. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte die Volatilität an den Märkten weiter hoch bleiben. Auch erneute Einbrüche sind mehr als denkbar. Dennoch muss man begreifen, dass an der Börse nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt wird. Die Börse setzt nicht auf die Krise – sie setzt auf deren Ende.

„Langfristig bietet sich jetzt, vor allem für junge Sparer, eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen“, schrieb ich am 05.04., was sich bisher bestätigt.

Diese Aktien haben von der Coronakrise profitiert

Am 19.02.2020 erreicht der deutsche Leitindex DAX bei 13.789 Punkten sein bisheriges Rekordhoch. Nur knapp einen Monat später, schloss er am 18.03.2020 bei 8.441 Punkten. Seither erholen sich die Kurse allmählich. Bis Freitag, 24.04.2020 konnte sich der Index auf 10.336 Punkte retten. Unterm Strich steht noch immer ein fettes Minus. Auf Sicht von 12 Monaten schlägt beim DAX ein Minus von 15,85% zu buche. Die folgenden Unternehmen hingegen konnten von der Corona-Pandemie profitieren.

ASML Holding N.V. mit Sitz in Veldhoven (Niederlande). ASML ist ein führender Hersteller von Lithografie- und Metrologie-Systemen inklusive der dazugehörigen Software für die Halbleiterindustrie. Die Kundenbasis umfasst alle weltweit führenden Chiphersteller wie Intel, Samsung, TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) oder GlobalFoundries. Neben der Hard- und Software stellt das Unternehmen eine breite Palette an begleitenden Dienstleistungen bereit. Die Aktie, die übrigens zum Eurostoxx50 gehört, notiert auf Sicht von 12 Monaten bei +43,88%, in den letzten 4 Wochen konnte sie hiervon +8,9% zulegen.

HelloFresh SE mit Sitz in Berlin ist der weltweit führende Anbieter von Kochboxen. Diese werden zu einem günstigen Zeitpunkt direkt an die Kunden geliefert und enthalten fast alles, was benötigt wird, um frische und gesunde Mahlzeiten aus lokalen Zutaten zuzubereiten. Der Konzern ist in den USA, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Australien, Neuseeland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Kanada tätig. Im 3-Monatszeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. März 2019 hat HelloFresh ca. 65,6 Millionen Mahlzeiten an rund 2,48 Millionen aktive Kunden ausgeliefert. Die Aktie in den letzten 12 Monaten: +276,79%; davon im ersten Quartal 2020: +44,58%. Dagegen sieht die Aktie von Delivery Hero SE regelrecht alt aus, wobei auch sie recht gut gestiegen ist.

Shop Apotheke Europe N.V. Dieser kleine SDAX Wert aus Venlo konnte sich in den letzten 12 Monaten glatt verdoppeln. Aktuell betreibt die Shop Apotheke Europe N.V. Online-Apotheken in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz. Das breite Sortiment von über 100.000 Originalprodukten wird an über 3,8 Millionen aktive Kunden geliefert. Die Aktie stieg in den letzten 4 Wochen um 33,53%.

Roche Holding AG. Die Aktie von Roche hat zwar beim Crash etwas nachgegeben, steht aber heute schon wieder höher, wie im Februar. Auf Jahressicht steht ein Plus von 31,36%. Die Roche AG mit Hauptsitz in Basel ist mit umgerechnet knapp 64 Mrd. US Dollar Umsatz das grösste Pharmaunternehmen der Welt, gefolgt von Pfizer und Novartis.

Amazon.com Inc. Seit Mitte 2018 lief die Aktie von Amazon im Wesentlichen nur noch zur Seite. Selbst im guten Börsenjahr 2019 konnte sie nicht wirklich zulegen. Erst in 2020 mit der Corona-Pandemie konnte die Aktie ihren Weg nach oben finden: 32,11% Kursgewinn im ersten Quartal 2020 kann sich sehen lassen. Die 1994 gegründete Amazon.com Inc. mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ist einer der weltweit führenden Online-Versandhändler und beschäftigt weltweit rund 800.000 Mitarbeitende.

Zoom Video Communications Inc. Egal ob digitaler Elternabend, Teambesprechung oder die Sitzung des Kirchengemeinderates: Zoom ist in aller Munde. Zoom ist ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Sitz in San José, das Software für Videokonferenzen anbietet. Während der COVID-19-Pandemie stieg die Nutzerzahl von 10 Millionen im Dezember 2019 auf über 200 Millionen monatliche Nutzer im März 2020. Der Aktienkurs legte im ersten Quartal 2020 um sagenhafte 117% zu. Eingesetzt wurde der Dienst nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Schulen und Universitäten für den Online-Unterricht sowie im privaten Bereich.

Diese Aktienauswahl ist nicht vollständig. Sicher haben auch noch weitere Unternehmen von der Coronakrise profitiert. Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab; so auch bei den genannten Aktien nicht. Nach der Krise wird vieles nicht mehr so sein, wie es vorher war. Wir sehen viele Veränderungen. Vieles was vorher „undenkbar“ war, geht jetzt auf einmal. Erst Handlungsdruck führt zu einer Verhaltensänderung. Wir werden in der Wirtschaft einen Wandel und eine Bereinigung sehen. Mal schauen welche Player in der neuen Zeitrechnung das Sagen haben.

Der Crash kommt nicht

Die Pandemie ist da, aber sie bleibt nicht. Nach der Krise wird vieles anders sein, aber in einem bin ich mir auch diesmal sicher: Der Crash kommt nicht. Die Welt wird nicht untergehen.

Egal ob Marc Friedrich und Matthias Weik, Max Otte, Dirk Müller, Markus Krall oder andere Propheten. Keiner von ihnen hatte eine Virus-Pandemie als externen Schock auf dem Schirm. Trotzdem hört man von ihnen derzeit Sätze wie, „ich habe es schon immer gesagt„, oder „es musste ja so kommen„. Niemand kann genau sagen, wann eine Nation, ein Unternehmen oder eine Währung an irgendwas zerbricht. Dass es passiert, gehört zum Leben, wie Sonnenauf- und Untergang. Ab und zu verschwinden eben Player, während ab und zu neue dazu kommen. Durch neusozialistische Unterdrückung von Volatilität kommt uns das immer so schlimm vor. Die neuen Linken sprechen im Crash von „Marktversagen“ (obwohl in Wahrheit ihre Planwirtschaft schuld war) und die neuen Rechten feiern ihre kollektive Depression mit perversen Hetz- und Hassorgien. Die oben genannten Autoren rechne ich keinem der gezeichneten Lager zu.

Insbesondere in der derzeitigen Corona-Krise spielt die kollektive Depression eine sehr große Rolle. Die Menschen sind zu Hause, bekommen Lagerkoller und kennen kein anderes Thema mehr. Im TV kommt 24/7 Corona und am Laptop werden ständig die aktuellen Meldungen gelesen. Es kommt mir vor wie eine Sucht oder sogar ein Wahn. Ich möchte dieses Virus nicht verharmlosen, möchte aber einwerfen, dass die Reaktionen mancher Menschen beängstigender ist, als die Krankheit selbst. Manch einer vergisst in der Krise zu leben, zu lieben und zu genießen. Diese kollektive Depression ist auch eine Pandemie, die es zu bekämpfen gilt. Weltuntergangsprediger sind hierbei nicht hilfreich.

Ich möchte die oben genannten Autoren nicht diskreditieren. Ich schätze ihre Expertise und Professionalität. Was meint ein Börsenmann, wie Dirk Müller, wenn er von einem Crash spricht? Und was versteht ein branchenfremder Stammtischbruder nach vier Bier und beginnender Depression, wenn er es hört? Für den einen sind es heftige Kursbewegungen und für den anderen geht die Welt unter. Wir Deutschen haben auch immer so eine Lust am Weltuntergang. Manche geilt das scheinbar richtig auf. Diese Filterblase verstärkt die kollektive Depression noch weiter. Daher sind die Betroffenen mehr und mehr abgehängt und wählen neulinke/neurechte Parteien oder suchen Hilfe bei nutzlosen Politdarstellern,die sich als Führer anbieten.

Was derzeit geschieht ist kein Crash. Es ist noch alles da: Infrastruktur, Gebäude, Fachkräfte, Fabriken, Marken, Patente und Strukturen. Wir haben zwar über alles „den Pauseknopf gedrückt“, aber nach der Krise geht es weiter. Es ist noch alles da. Nichts wurde zerbomt. Wir müssen nichts aufbauen. Klar, die Börsenkurse sind in den Keller gerutscht. Diejenige Anlageklasse mit den größten Renditechancen, die Aktie, hat es am stärksten erwischt. Na und? Ältere Menschen haben tendenziell eine niedrige Aktienquote, sind also nicht so sehr betroffen und jüngere Menschen wollen noch Jahrzehnte lang kaufen und können sich über günstige Einstiegskurse freuen.

Die Börse hat deshalb so schnell und heftig reagiert, weil die Börse eines hasst: Unkalkulierbare Unsicherheit. Ist etwas unkalkulierbar, also nicht summenmäßig berechenbar, dann übernimmt die Psyche die Preisbildung. Niemand konnte berechnen, wie groß der Schaden wird. Der Markt sucht seinen inneren Wert und bestimmt diesen stetig neu. Sobald die Pandemie abklingt, wird der Markt wieder berechenbarer. Auch wenn es in den nächsten Monaten immer wieder zu heftigen Schwankungen kommen kann: Langfristig bietet sich jetzt, vor allem für junge Sparer, eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen.

Bleibt gesund.

Aktienmarkt: Endlich Crash!

Dass der aktuelle Börsenkrach, vor allem für jüngere Sparende ein Segen ist, brauche ich hoffentlich niemandem erklären. Das Kursniveau liegt inzwischen weit unter seinen Rekordkursen. Je nach dem, wann der Markt seinen Boden findet, kann der Crash viele neue Chancen bieten.

Sparpläne: Wer in regelmäßigen Beträgen kauft, bekommt jetzt für seine Sparrate mehr Anteile. Der Depotbestand nimmt zwar durch die Neubewertung erstmal ab, aber von der Erholung profitiert man dann umso mehr. Wer jetzt keine Geduld hat und panisch verkauft, schaut künftigen Gewinnen hinterher.

Zeit: Es war noch immer so, dass die Kurse nach einem Bärenmarkt stets wieder höher als zuvor standen. Die Unternehmen sind ja alle noch da (es flogen keine Bomben!). Auch die Infrastruktur ist noch da. Alles pausiert, aber alles ist noch da. Zudem wird es sog. „Nachholeffekte“ geben.

Unlogik: Kann eine Suchmaschine oder ein Streamingdienst mit Corona infiziert werden? Natürlich nicht. Trotzdem sind auch diese Aktien gefallen. Insbesondere durch ETFs kam es zu vielen Übertreibungen („alle verkaufen alles“).

Wandel: Jetzt kommt der digitale Wandel schnell und schlagartig. Homeoffice, Videokonferenzen, bargeldloses Bezahlen, Lieferdienste, Online-Handel und so weiter. Vieles was verstaubten Managern lange keinen Spaß gemacht hat, kommt jetzt über Nacht. Nach der Krise ist vieles anders sein. Alles sortiert sich neu.

Volatilität: Endlich bewegen sich die Märkte wieder. Lange Zeit war bei Aktien eine gähnende Langeweile zu sehen. Inzwischen kann man wieder richtig Movement feststellen. Die Kurse suchen und finden ihren inneren Wert und steigen nicht einfach nur, weil sie steigen.

Crash-Gurus: Nein, die Welt geht nicht unter. Die Weltwirtschaft wird langfristig wieder wachsen und die Unternehmen ihre Wertschöpfung wieder in Gang bringen. Jetzt ist die Zeit zu kaufen – jetzt ist es billig. Natürlich nur, wenn man Mut hat und auch vor weiteren Rückschlägen keine Angst hat.

Bleibt gesund!

Totengräber der Aktienkultur und keinerlei Ahnung von der Materie

0,2 Prozent will die Regierung als Aktiensteuer einnehmen, wenn ein Unternehmen einen Börsenwert von mindestens 1 Milliarde Euro hat. Hochfrequenzhändler und Derivate sind davon befreit. Diese neue Steuer trifft mal wieder die Falschen.

Finanzminister Olaf Scholz reagierte neulich im Deutschlandfunk sehr entlarvend. Er wurde gefragt, ob seine neue Steuer vor allem Kleinsparende treffen würde. Der Minister meint dann, die Steuer würde nicht hauptsächlich von privaten Kleinsparenden bezahlt, sondern von großen Investmentfonds, denn die seien es, die das größte Volumen am Markt ausmachten. Der DLF-Moderator lies das einfach so stehen. Dabei ist es fachlich, praktischer Quatsch, was der Minister da sagte.

Investmentfonds sind ja keine abstrakten Firmen, sondern Kapitalsammelbecken für das Sparguthaben von Kleinsparenden. Fonds wurden erfunden, damit „normale Menschen“ mit kleinen Beträgen und breit gestreut in den Markt investieren können. Mit Fonds können Sparende mit kleinen monatlichen Beiträgen fürs Alter vorsorgen. Auch die so sehr beliebten ETFs sind Investmentfonds (das F in ETF steht für Fonds). Die neue Steuer geht also fast immer zu Lasten der Kleinsparenden.

Olaf Scholz sagte in einem Interview mit der BILD: „Ich lege mein Geld nur auf einem Sparbuch, also sogar auf dem Girokonto an und da kriege ich, wie bei allen anderen, keine Zinsen. Ich mache das, was einem kein Anlageberater empfiehlt.“ Der Finanzminister hat also weder Aktien noch Fonds. Dabei wäre es doch gerade in seiner Verantwortung die Beteiligungskultur in diesem Land zu stärken. „Anlegen statt stilllegen – beteiligen statt spekulieren“, das ist es, was ich bei einem Finanzminister auf dem Wahlplakat stehen will.

Nach der vielen Kritik liegt nun wohl ein Kompromissvorschlag des Ministers auf dem Tisch. Scheinbar soll der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro um 50 Euro auf 851 Euro steigen. Zusätzlich soll es einen neuen Altersvorsorgepauschbetrag in Höhe von 30 Euro für Singles und 60 Euro für Paare pro Jahr geben. Ganz ehrlich: Das sind Almosen und löst das Problem nicht. Wie es aussieht, findet die Merkelregierung auch keine EU-Mehrheit für ihren perfiden Plan.

Das Bruttoinlandprodukt sämtlicher Länder der Erde erreicht nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ rund 63 Billionen Dollar. Der weltweite Umsatz mit Derivaten ist etwa zehnmal so groß. Der Nutzen für die Realwirtschaft darf stark bezweifelt werden. Warren Buffett bezeichnete die Derivate-Instrumente der Finanzindustrie als Massenvernichtungswaffen. Und genau diese Derivate will Olaf Scholz nicht besteuern. Vielleicht hat er es fachlich noch nicht begriffen?