Finanz-Mythen Teil 3: „Der Zins für Dispositionskredite ist zu hoch“

Die Bank zahlt auf Sparkonten 0% Zins, verlangt aber auf Sollstände rund 11%. Also verdient sie 11%? Nein. Das ist billiger Populismus.

Ein Dispokredit ist nicht teuer. Ihn nimmt man nur kurzfristig, denn mittel- bis langfristige Anschaffungen werden aus Rücklagen oder einem günstigen Ratenkredit finanziert. Den Dispo nimmt man gewöhnlich nur für wenige Tage oder maximal einige Wochen. Und auch das nur, wenn man vorher vergessen hat, eine Rücklage zu bilden. Rund 1.000 € Sollstand kosten bei 11% rund 30 Cent pro Tag. Das entspricht ungefähr einer Zigarette oder zweier Kaffeepads.

Und was verdient die Bank? Die Bank verdient nur an den tatsächlich in Anspruch genommenen Dispokrediten, nicht an den nur zugesagten Kreditlinien. Nehmen wir an, eine Bank sagt jedem Kunden 1.000 € Dispo zu, aber nur 10% der Kunden sind im Soll, und von denen nicht alle komplett „am Anschlag“. Die Bank bekommt also nicht die Zinsen auf den zugesagten Kredit, sondern nur auf die tatsächlichen Sollstände. Wenn kein Kunde im Minus wäre, ginge die Bank komplett leer aus, obwohl sie die Kreditzusagen mit Eigenkapital unterlegen muss.

Ausweg: Damit man nicht erst den Dispo nehmen muss, sollte man eine Rücklage haben. Wer keine Rücklage bilden kann, hat andere Probleme – der Dispozins ist nicht das schlimmste, was solchen Menschen widerfährt. Wer keine Sparfähigkeit hat, braucht mehr Einkommen oder weniger Ausgaben. Auch könnte es sinnvoll sein, keine linksgrünpopulistischen Politiker zu wählen, die einem über zwei Drittel des Einkommens rauben.

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Finanz-Mythen Teil 2: „Banken verleihen eigenes Geld“

Tatsächlich glauben noch immer viele Menschen, Banken würden eigenes Geld verleihen. Bei „Kredithaien“ oder auch privaten Darlehensgebern ist das durchaus so: Sie verleihen ihr eigenes Geld. Aber Banken tun das nicht.

Vergibt eine Bank einen Kredit, dann sind das schlussendlich zwei Buchungen: Soll und Haben. Man nennt das Geldschöpfung. Hierbei investiert die Bank noch kein Eigenkapital, sondern sie erzeugt neues Geld. Bezahlt der Kreditnehmer den Kredit mit allen Zinsen zurück, dann erhöht der Zinsüberschuss, aber nicht die Tilgung, das Eigenkapital der Bank. Geht der Kreditnehmer pleite und der Kredit wird abgeschrieben, dann reduziert sich das Eigenkapital der Bank um den gesamten Kreditbetrag. Die Bank kann also wesentlich mehr verlieren, als sie gewinnen kann. Daher prüfen Banken stets sehr genau, ob ein potenzieller Kreditnehmer den Kredit auch tilgen kann.

Nun könnte man sich denken, Banken könnten unendlich Kredite an gute Kunden vergeben. Weil es Grenzen gibt, können sie das natürlich nicht. Jeder Kredit muss mit Eigenkapital unterlegt werden; kein Eigenkapital – kein Kredit. Auch muss die Liquidität der Bank sichergestellt sein. Die Bank darf, vereinfacht gesagt, nur dann neue Kredite herausgeben, wenn sie für die Sparerinnen und Sparer der Einlagenseite entsprechend liquide ist. In rechtsesoterischen Kreisen wird die Geldschöpfung per Kredit stark kritisiert. Diese Populisten vergessen aber immer, dass alle Abschreibungen auf die Kredite voll das Eigenkapital der Bank belasten. Zudem haben wir halt ein kreditgestütztes Geldsystem und es finden sich derzeit keine Mehrheiten für ein anderes System, weil es viele Machthaber viel zu mächtig macht.

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Finanz-Mythen Teil 1: „Ein Bausparvertrag läuft immer 7 Jahre“

Woher dieser Mythos kommt, kann ich nicht sagen, vermute aber, dass es von den sog. „vermögenswirksamen Leistungen“ kommt. Damit man die Arbeitnehmersparzulage und/oder Wohnungsbauprämie bekommt, sollten rund 7 Jahre vergangen sein. Aber mit dem eigentlichen Bauspartarif hat das nichts zu tun.

Ein Bausparvertrag hat immer zwei Phasen: Die Spar- und die Darlehensphase. Der Übergang in die Darlehensphase nennt man Zuteilung. Die Zuteilungsreife erlangt ein Vertrag, sobald er gewisse Parameter zeigt. Hierzu gehört unter anderem eine Ansparung von rund 40% der Bausparsumme. Für diese Ansparung kann man sich beliebig viele Jahre zeit lassen – das muss nicht in 7 Jahren sein. Sehr große Bausparverträge, die irgendwann mal für lebensentscheidende Wohnwünsche gedacht sind, werden regelmäßig erst in 12-18 Jahren zuteilungsreif.

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