So kam der Friedrich & Weik Wertefonds durch die Coronakrise

Marc Friedrich und Matthias Weik sind erfolgreiche Buchautoren. Mit ihren Untergangsthesen haben sie sich einen großflächigen Bekanntheitsgrad erworben. In ihrem neustem Buch warnen sie sogar vor dem „größten Crash aller Zeiten„. Die beiden sind nicht nur Buchautoren sondern auch „Fondsinitiatoren“. Der Coronacrash bietet eine tolle Gelegenheit, diesen Fonds mal genauer zu betrachten.

Für den „Friedrich & Weik Wertefonds R“ haben die Autoren nach eigenen Angaben bereits 36,8 Mio. EUR eingesammelt. Es handelt sich im einen sogenannten offenen Mischfonds. Der Ansatz zielt auf die Investition in fünf Anlageklassen: Gold, Aktien, Bargeld, real Assets und Goldminenaktien. Mit „real Assets“ sind physisches Silber, Immobilien, Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten gemeint. Die Aktienquote soll laut Website maximal 30% betragen. Aber Vorsicht, denn man will scheinbar noch bis zu 20% in Minenaktien investieren. Die gesamte Aktienquote kann daher wohl bis zu 50% betragen. Es handelt sich also um einen Fonds der Kategorie „flexible Mischfonds“. Die Initiatoren selbst bezeichnen den Fonds als offenes Sachwertinvestment. Ziel soll der Schutz vor Inflation und Negativzins sein.

Was kann für einen solchen Fonds eine bessere Bewährungsprobe sein, als der Corona-Crash in 2020? Zugegeben, auf diesen externen Schock war kaum jemand vorbereitet. Auch hatte kaum ein Crash-Prophet einen Virus als Auslöser auf dem Schirm. Womöglich ist das Virus auch (noch) kein Auslöser, sondern nur ein Beschleuniger von Problemen, die schon da sind (Überschuldung etc…). Wenn eine Inflation kommt, oder wenn ein anderes Risikoszenario eintritt, dann könnte dieser Fonds womöglich gut funktionieren. Aber auch durch den Corona-Crash ist er ganz gut gekommen.

Mitte März 2020 kam es beim Fonds zu einem Drawdown von 20,62%. Dieser Verlust baute sich innerhalb weniger als vier Wochen auf. Danach folgte analog zum Aktienmarkt eine Erholung: Von dem 20%igen Minus stehen derzeit noch zirka 5% auf der Uhr. Für 2020 steht eine grüne Null (+0,12%) zu Buche. Im Vergleich zu anderen flexiblen Mischfonds fällt auf, dass die Volatilität des Wertefonds etwas erhöht erscheint. Der Sektordurschnitt bei der Volatilität liegt auf Sicht eines Jahres bei rund 15%, der Wertefonds brachte es auf ca. 20%. Mit diesen 5%-Punkten mehr an „Risiko“ brachte der Fonds aber auch 10% mehr Rendite im Vergleich zum Sektor. Auf Sicht von 3 Jahren hat der Fonds noch keine 3% verdient – das Ziel „Inflationsschutz“ sollte wohl langfristig betrachtet werden.

Die aktuelle Vermögensstruktur liest sich flüssig und schlüssig. Von Wald und Ackerland ist allerdings noch nichts zu sehen. Insgesamt hat sich der Wertefonds in seinem ersten echten Crash gut behauptet. Und dies obwohl die Strategie natürlich nicht auf eine Pandemie ausgelegt ist. Die echte Bewährungsprobe steht noch aus.

Wichtig: Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab. Es handelt sich um eine persönliche Meinung. Alle Informationen sind sauber recherchiert, können aber auch fehlerhaft sein. Mit diesem Beitrag kann niemand entscheiden, ob der genannte Fonds für die eigene Anlagestrategie angemessen oder geeignet ist.

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Deshalb würde ich niemals einen Anleihen ETF kaufen

Ich bin heute über einen Blogbeitrag mit dem Titel „Anleihen ETF sinnvoll? Warum ich Anleihen ETFs kaufe“ gestolpert. Gefunden habe ich den Beitrag, wie so oft über die Plattform „Finanzblognews„.

Ich halte Anleihen ETF nicht nur für sinnlos, sondern auch gefährlich. Diese künstlichen Fonds, sollen verzinste Wertpapiere bündeln und abbilden. Aus Wertpapieren mit Laufzeiten wird ein ETF, der täglich handelbar sein soll. Was mit Fonds passiert, die täglich handelbar sind, aber in langfristige Güter investieren, sah man beim Abverkauf mancher offener Immobilienfonds während der Finanzkrise. Daraufhin wurden Mindesthalte- und Kündigungsfristen eingeführt. In der Corona-Krise passierte das gleiche bei Anleihen ETF. Während der Markteinbrüche im März 2020 rutschten die Preise vieler Anleihe-ETFs deutlich unter den Wert der abgebildeten Indizes.

ETFs sind toxische Wertpapiere, die zu Übertreibungen an den Märkten führen können. Sie nehmen viel Volatilität aus dem Markt raus, die sich dann ungehemmt woanders entladen kann. Der Tagesschlusskurs des in den USA gehandelten, 55 Milliarden Dollar schweren Total Bond ETF von Vanguard lag zum Beispiel rund sechs Prozent unter dem Nettoinventarwert (NAV), das ist der offizielle Gesamtwert des entsprechenden Fondsanteils. Auch bei europäischen Anleihe-ETFs kam es zu Abschlägen. Viele ETFs waren unterhalb ihres eigentlichen Wertes.

Ein weiterer Punkt, der gegen Anleihen ETF spricht, ist das fehlende Management. Anleihen haben drei Ertragsquellen: Der Zins, der Kurs und die Währung. Während der Zins noch einigermaßen automatisch kommt, bedarf es bei Kurs und Währung eines gewissen Managements – vor allem weil der Zins nahe Null tendiert. Ein guter Rentenfond mit aktivem Management steuert die Duration, die Spreads und die Währungen. Zugegeben, nicht alle Rentenfonds sind gut, aber wenn man sie sucht, dann findet man auch gute. Man stelle sich nur eine Unternehmensanleihe vor. Die Firma gerät in Schwierigkeiten. Wen schickt der Anleihen ETF an den Verhandlungstisch? Bei Aktien lasse ich mir ETFs noch einigermaßen gefallen, aber Anleihen sollte man meiner Meinung nach niemals ins ETF-Korsett stecken.

Grüne Mogelpackung? Der neue ESG DAX

Das neueste Mitglied in der DAX-Familie ist, wie könnte es anders sein, ein nachhaltiger Index. Der neue DAX enthält 50 Titel. Mit dabei sind 23 der 30 klassischen DAX-Titel. Die ETF-Branche wittert Vertriebschancen, Experten sind skeptisch.

Der neue ESG-DAX nährt sich aus den drei Indizes DAX, MDAX und TecDAX. Die Gewichtung von Einzeltiteln ist auf sieben Prozent begrenzt. Allerdings gibt es auch Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln – wenn es etwa zu Verstößen gegen die Nachhaltigkeitskriterien kommen sollte. Grundlage sind die UN Global Compact Prinzipien, auch als ESG-Kriterien bekannt.  Titel wie Eon, RWE, Volkswagen und MTU haben es übrigens nicht in den neuen Index geschafft. Auch Airbus, Rheinmetall, Uniper und Jenoptik fallen durchs Raster.

Die am größten vertretene Branche im neuen Index sind Finanzwerte.  IT-Werte sind am geringsten gewichtet. Die  Deutsche Börse reiht sich in eine große Liste anderer ESG-Indizes ein. Der neue ESG-DAX ist kaum innovativ. Die Nachhaltigkeitsansprüche echter Ökofreaks werden durch den ESG nicht wirklich befriedigt, denn es gibt kein Ausschlusskriterium für fossile Brennstoffe wie Erdöl, -gas und Ölsand. Zielgruppe für die nun zahlreichen neuen ETFs auf den Index dürften neugrüne Hippster sein.

Für manche ist es vollkommen unverständlich, weshalb ein Unternehmen wie BASF enthalten ist, dessen Tochterunternehmen Wintershall der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent ist und in Argentinien Fracking-Projekte betreibt. Auch Bayer ist enthalten, dessen Tochter Monsanto seit Jahren in der Kritik steht. Auch Bayer, Daimler, Deutsche Bank oder Siemens sind mit dabei, während kleinere Firmen mangels Handelsvolumen keine Chance haben.

Im Vergleich zum „ÖkoDAX“, den die Deutsche Börse Mitte 2007 eingeführt hat, wird sich der ESG-DAX wohl besser entwickeln. Der „ÖkoDAX“ hatte bis Februar 2020 rund 97% im Vergleich zu seinem Höchststand eingebüßt. Der ESG-DAX wird sich annähernd so entwickeln wie seine „Zulieferer“: DAX, MDAX und TecDAX. Immerhin sind 23 der 30 DAX-Werte im neuen Index enthalten.

Für mich ist das alles eine reine Marketingnummer. Man könnte das Gefühl haben, die Finanzindustrie malt ihre Produkte einfach nur grün an, um sie besser absetzen zu können. Vor Jahren hat das die Lebensmittelindustrie erfolgreich vorgemacht. Auf einmal gab es glutenfreien Tee, Bio-Wasser, veganer Käse, laktosefreie Birnen, Chemie-Sojapampe und anderen Quatsch, den man auf einmal teurer verkaufen konnte.

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Wohin mit dem ganzen Coronageld?

Der Urlaub ist abgesagt, die Gastronomie und Freizeitparks geschlossen und auch sonst kann man nicht wirklich viel machen: Viele Haushalte sparen derzeit sehr viel Geld, weil sie es nicht ausgeben können. Wohin mit all dem Schotter?

Mindestens 35 Millionen Deutsche haben keine Kurzarbeit. Rund 21 Millionen beziehen eine Rente oder Pension. Laut Bundesbank ist die Sparquote auf knapp 11% gestiegen. So hoch war sie zuletzt während der Finanzkrise. Der Grund ist einfach: Viele Einkommen laufen einfach weiter, aber die Ausgaben brechen weg. Statt auf Mallorca verbringe ich mein verlängertes Wochenende einfach zu Hause. Das Bier aus dem Supermarkt gibt es für 0,45 €. In der Gastronomie würde ich ohne mit der Wimper zu zucken 3,5 € bezahlen.

Zugegeben, für Menschen deren Einkommen gerade wegbricht, liest sich dieser Artikel wie blanker Hohn. Aber die Fakten sind trotzdem glasklar. Viele Haushalte können jetzt mehr zur Seite legen. Die Urlaubskassen sind gefüllt und das Girokonto hat einen Punkte im Kontostand. Eine sinnvolle Idee ist jetzt Vermögen zu bilden. Die Börsen haben sich von ihren Rekordkursen entfernt – der Einstieg macht wieder Spass. Die 11%-Sparquote spricht für sich. Wer jetzt regelmäßig Geld zu Seite legt, hat später umso mehr davon.

Geld weg aus den Sichteinlagen! Niemand muss sein Geld zinslos parken. Niemand muss zwanghaft sein Geld auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto liegen lassen. Bei manchen ist es Faulheit, bei anderen Unwissenheit und bei manchen womöglich eine besondere Form von Opferkult. Schließlich muss man ja was haben, um sich aufzuregen. EZB als Feinbild. Da kann man wenigstens mitreden und im bundesweiten Jammer-Chor mitsingen.

Besser sind Fondssparpläne. Sobald die Pandemie abklingt, wird die Börse wieder berechenbarer. Auch wenn es in den nächsten Monaten immer wieder zu heftigen Schwankungen kommen kann: Langfristig bietet sich jetzt eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen. Welche Fonds und mit welchem Risiko muss jeder selbst wissen. Und keine Angst vor Kursrückgängen: Fallen die Preise, dann gibts automatisch mehr Anteile fürs gleiche Geld.

Es muss kein ETF sein. Indexfonds hebeln wichtige Machtmechanismen aus. Dabei sind funktionierende Märkte, die auch ein gewisses Maß an Volatilität zulassen, unerlässlich für eine angenehme Finanzmarktstabilität. Mit ETFs unterdrücken wir sehr viel Volatilität, was sich irgendwann als „black swan“ entladen könnte. Auch jetzt im Corona-Crash sieht man, dass viele ETFs heftig gefallen sind, während (gute) aktive Fonds gekonnt durch die Krise schippern.

Ich habe derzeit vier Sparpläne in Fonds laufen:

  1. globaler Aktienfonds mit Fokus auf Dividendenqualität
  2. globaler Aktienfonds mit Fokus auf Industrie 4.0
  3. globaler Mischfonds mit offensiver Strategie
  4. globaler Mischfonds mit defensiver Strategie

Diese vier Fonds sind für mich und für den Moment in Ordnung. Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab

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Mitten in der Coronakrise: US-Börse mit größtem Monatsgewinn seit 1987

Gestern, am letzten Handelstag im April, tendieren die weltweiten Börsen zwar abwärts. Das ändert aber kaum etwas daran, dass sie den April als einen der stärksten Monate seit Langem beenden – und das mitten in der weltweiten Corona-Krise.

Viele Anleger haben im April ihre Quartalsberichte (per 31.03.2020) bekommen und waren zunächst geschockt. Beim aktuelleren Blick im Onlinebanking sahen sie dann aber einen höheren Wert. Was war passiert? Die Börse hat im April haussiert, obwohl die Coronakrise erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten wird. Obwohl es am Donnerstag zu großflächigen Gewinnmitnahmen kam, beendete der Dax den April immerhin mit einem Plus von ungefähr 9 Prozent. Dies ist auch als Gegenbewegung zum 40%-Einbruch im März zu verstehen. Dort hatten wohl viele Anleger und Investoren schlicht übertrieben und sich von Panik und Populismus leiten lassen.

In den USA sind mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos. Trotzdem performte die US-Börse im April so gut wie seit 1987 nicht mehr in einem einzigen Monat. Sogenannte Experten und Analysten führen dies auch auf die hohen Mengen an Liquidität durch die Notenbanken zurück. Zwar hat diese Woche weder die FED noch die EZB ihre Zinsen gesenkt, aber beide machten klar, dass sie bereit stünden, wenn es notwendig wird. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte die Volatilität an den Märkten weiter hoch bleiben. Auch erneute Einbrüche sind mehr als denkbar. Dennoch muss man begreifen, dass an der Börse nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt wird. Die Börse setzt nicht auf die Krise – sie setzt auf deren Ende.

„Langfristig bietet sich jetzt, vor allem für junge Sparer, eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen“, schrieb ich am 05.04., was sich bisher bestätigt.

bevestor – Robo-Advisor: Erfahrungsbericht

Eine Roboter gesteuerte Vermögensverwaltung hört sich schon irgendwie interessant an. Der Anbieter bevestor gehört zur Deka-Gruppe und ist relativ neu auf dem Markt. Ich habe ihn einfach mal getestet.

Die Beratung: Als erstes starte ich den Anlageassistenten. Dort werden mir zahlreiche Fragen zu meiner Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft gestellt. Alles ist intuitiv bedienbar und leicht verständlich. Eine Überraschung war, dass ich einen „Anlageschutz“ zubuchen kann. Das interessiert mich aktuell nicht. Scheinbar ist das sowas ähnliches wie ein „Stop-Limit“. Eine weitere Besonderheit ist, dass man zusätzliche Themenschwerpunkte setzen kann. So könnte ich in meinem Depot Akzepte beim Thema Wasser, Klima, Industrie 4.0, Klimawandel, Nachhaltigkeit und anderen setzen. Am Ende wird mit das Depot Select 50 empfohlen. Ich sehe auf einen Blick die Aufteilung der Anlageklassen sowie die historische Wertentwicklung der letzten 10 Jahre (fiktiv). Auch eine Prognose für die nächsten 10 Jahre kann ich anschauen. Nun kann ich ab 1.000 € einmalig oder ab 25 € monatlich investieren, oder das Portfolio einfach nur beobachten.

Die Depoteröffnung: Ich klicke auf Portfolio kaufen. Zunächst registriere ich mich und gebe alle Daten von mir ein. Die komplette Depoteröffnung ist online. Ich muss das Haus nicht verlassen. Viele Bestätigungen laufen über sogenannte mTANs. Das sind Nummern, die man aufs Handy bekommt und zur Bestätigung eingibt. Zur Legitimationsprüfung muss ich eine gesonderte App laden. In dieser App habe ich dann per Video-Chat mit einem Mitarbeiter gesprochen. Dieser hat mein Handy aus der Ferne quasi ferngesteuert (die App erlaubt ihm das). Während des Telefonates musste ich mein Gesicht und meinen Ausweis mehrfach, in verschiedenen Positionen in die Kamera halten. Das war insgesamt etwas gruselig, hat aber gut geklappt. Angenehm finde ich, dass man von bevestor stets geduzt wird.

Die Handhabung: Ich bespare nun schon seit einigen Monaten regelmäßig mein Depot. Die App ist wirklich gut. Per Fingerscan logge ich mich ein. Käufe und Verkäufe gehen unkompliziert per mTAN. In der App sehe ich auf einen Blick, wie hoch mein Depotstand und wie die Wertentwicklung ist. Ich kann auch tiefer rein gehen, und sehe welche einzelnen Fonds (meistens ETFs) ich habe und wie sie gewichtet sind. Ich hatte 2-3 Fragen an bevestor (Freistellungsauftrag etc…), die immer sehr schnell beantwortet wurden.

Die Betreuung: Heute kam eine Mail mit Informationen zur derzeitigen Börsenkorrektur aufgrund des Coronaviruses. Die Mail war klar verständlich und es wurde erklärt, wie sich das Marktgeschehen auf die einzelnen Depots auswirkt. Es ist eben eine Vermögensverwaltung. Als Anleger gibt man die Leitplanken vor, aber der Roboter handelt innerhalb dieser Planken völlig selbstständig. Auch die Kosten werden transparent ausgewiesen. Etwas schade ist, dass ich bevestor nicht im Online-Banking der Sparkasse sehen kann (so wie andere Depots bei der Deka auch).

Fazit: Für Anleger, welche die Einzeltitelselektion an einen Vermögensverwalter delegieren möchte, kann bevestor eine Alternative sein. Die Handhabung per App ist genial. Das habe ich so noch nicht erlebt. Mutter von bevestor ist die DekaBank. Allerdings finden sich in meinem Depot auch ETFs und Fonds vieler anderer Anbieter. Ich werde das Produkt noch einige Zeit beobachten, bin aber bisher sehr zufrieden und positiv überrascht.

So wird jeder Millionär

Sie geben jeden Monat weniger aus, als Sie einnehmen und Sie haben mindestens 35 Jahre lang Zeit? Legen Sie Ihren Überschuss ertragreich an, dann können Sie Millionär werden.

Mit der folgenden monatlichen Sparrate kann es in 35 Jahren gelingen. Je nach Renditechance kann sie höher oder niedriger ausfallen.

  • Bei 0% Zins (Sparkonto, Tagesgeld): 2.381 €
  • Defensives Mischportfolio, 2%: 1.650 €
  • Ausgewogenes Mischportfolio, 4%: 1.108 €
  • Defensive Aktienstrategie, 6%: 725 €
  • Offensive Aktienstrategie, 8%: 464 €

Bei 8% Jahresrendite reichen also schon 15 € pro Tag, um in 35 Jahren Millionär zu sein. Wer mehr Zeit hat, muss sogar noch viel weniger investieren. Sie leben zu zweit, dann reichen bei 8% Rendite sogar 7,5 € pro Person und Tag, damit Sie in 35 Jahren gemeinsam Millionär sind. Je nach Sparfähigkeit muss es eben mehr Laufzeit oder mehr Rendite sein. Wer wenig sparen kann, sollte früh anfangen und eine hohe Rendite wählen. Wer bewusst auf Rendite verzichtet, lässt sich FREIWILLIG enteignen.

Der nächste Crash könnte durch ETFs ausgelöst werden

ETFs sind sehr beliebt. Verbraucher*innen kaufen sie gerne, weil sie sich irgendwie anständig, laktosefrei und vegan anhören. In Wahrheit könnten ETFs aber toxische Finanzprodukte sein, die einen möglichen Crash nicht nur verstärken, sondern auch auslösen.

Stellen Sie sich einen Finanzmarkt vor, auf dem jeder Marktteilnehmer nur ETFs hat. Alle Preise würden, je nach Indexgewichtung, immer zusammen steigen und zusammen fallen, denn eine Einzeltitelselektion fände nicht statt. Die Kurse steigen, gierige Hippster steigen ein. Hierdurch steigen die Kurse noch weiter und noch mehr gierige Hippster steigen ein. Der Trend nährt den Trend. Die Aktien steigen nicht, weil die Unternehmen gesunde und nachhaltige Gewinne machen. Die Aktienkurse steigen, weil sie steigen. Durch den Kauf eines gesamten Index, steigen auch Aktien derjenigen Unternehmen, die schlichtweg als Zombie unterwegs sind.

Sobald wir mal fallende Kurse sehen, kehrt sich dieser Mechanismus um. Die Anlegenden werden panisch verkaufen. Alle Kurse rauschen in den Keller (klar, weil durch den ETF wird ja auch immer alles verkauft), auch die qualitativ guten Unternehmen. Auch jetzt verstärkt der Trend den Trend. ETFs hebeln wichtige Machtmechanismen aus. Dabei sind funktionierende Märkte, die auch ein gewisses Maß an Volatilität zulassen, unerlässlich für eine angenehme Finanzmarktstabilität. Mit ETFs unterdrücken wir sehr viel Volatilität, was sich irgendwann als „black swan“ entladen könnte.