Xetra-Gold und Co: Merkelregierung will Goldanleger mit Abgeltungsteuer belasten

Die Politik sucht und findet immer wieder neue Wege, um an das Geld seiner Steuerzahler zu kommen. Laut eines am 17.06.2020 veröffentlichten Entwurfs zum Jahressteuergesetzes 2020, soll es ab 2021 den Goldanlegern an den Kragen gehen.

Die Bundesregierung plant eine zusätzliche Belastung für Privatanleger, die ihr Geld in auf Edelmetallen basierten Wertpapieren anlegen. Betroffen wäre etwa die von einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und Banken emittierte Schuldverschreibung Xetra-Gold, die den Anspruch der Anleger auf jederzeitige Lieferung von Goldbarren verbrieft und bisher als abgeltungsteuerfrei beworben wird.

Nach einigen Jahren widersprüchlicher Gerichtsurteile entschied der Bundesfinanzhof im Oktober 2015 (Az.: VIII R 4/15 und VIII R 35/14), dass Xetra-Goldanleihen einen börsengehandelten Rohstoff darstellen. Sie werden damit in steuerlicher Hinsicht genauso wie Münzen und Barren aus physischem Gold eingestuft. Damit unterliegen Veräußerungsgewinne nicht der Kapitalertragssteuer. Kursgewinne, die innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist realisiert werden, unterliegen aber dem persönlichen Steuersatz.

Der Goldbestand der börsengehandelten Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold ist eigenen Angaben zufolge zum 30. Juni auf einen neuen Rekord von 221,7 Tonnen angestiegen. Das ist ein Plus von 18,5 Tonnen seit Jahresbeginn. Xetra-Gold ist natürlich nicht der einzige börsengehandelte Rohstoff, aber wahrscheinlich der bekannteste. Der Vorteil für Anleger liegt darin, dass sie relativ günstig in Gold investieren können. Im direkten Vergleich zu Münzen und Barren kauft man über die Schuldverschreibung meist zu besseren Preisen, muss aber darauf vertrauen, dass das mit der physischen Lieferung klappt.

Allein in Xetra-Gold stecken umgerechnet 11,3 Milliarden Euro. Die Höhe des gesamten Marktes für börsengehandelte Rohstoffe (auch: Silber, Platin, Palladium) ist mir nicht bekannt. Künftig will sich der Fiskus die Abgeltungsteuer, die Kirchensteuer und den Soli von den Kursgewinnen krallen – in Summe sind das rund 27%. So verdient der Staat künftig mit, wenn zum Beispiel der Euro zerbricht und Gold wertvoller wird. Die Neuregelung dürfte eine Flucht in Münzen und Barren auslösen. Was wird sich der Staat dann einfallen lassen, um die Sparer zu enteignen?

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So kam der Friedrich & Weik Wertefonds durch die Coronakrise

Marc Friedrich und Matthias Weik sind erfolgreiche Buchautoren. Mit ihren Untergangsthesen haben sie sich einen großflächigen Bekanntheitsgrad erworben. In ihrem neustem Buch warnen sie sogar vor dem „größten Crash aller Zeiten„. Die beiden sind nicht nur Buchautoren sondern auch „Fondsinitiatoren“. Der Coronacrash bietet eine tolle Gelegenheit, diesen Fonds mal genauer zu betrachten.

Für den „Friedrich & Weik Wertefonds R“ haben die Autoren nach eigenen Angaben bereits 36,8 Mio. EUR eingesammelt. Es handelt sich im einen sogenannten offenen Mischfonds. Der Ansatz zielt auf die Investition in fünf Anlageklassen: Gold, Aktien, Bargeld, real Assets und Goldminenaktien. Mit „real Assets“ sind physisches Silber, Immobilien, Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten gemeint. Die Aktienquote soll laut Website maximal 30% betragen. Aber Vorsicht, denn man will scheinbar noch bis zu 20% in Minenaktien investieren. Die gesamte Aktienquote kann daher wohl bis zu 50% betragen. Es handelt sich also um einen Fonds der Kategorie „flexible Mischfonds“. Die Initiatoren selbst bezeichnen den Fonds als offenes Sachwertinvestment. Ziel soll der Schutz vor Inflation und Negativzins sein.

Was kann für einen solchen Fonds eine bessere Bewährungsprobe sein, als der Corona-Crash in 2020? Zugegeben, auf diesen externen Schock war kaum jemand vorbereitet. Auch hatte kaum ein Crash-Prophet einen Virus als Auslöser auf dem Schirm. Womöglich ist das Virus auch (noch) kein Auslöser, sondern nur ein Beschleuniger von Problemen, die schon da sind (Überschuldung etc…). Wenn eine Inflation kommt, oder wenn ein anderes Risikoszenario eintritt, dann könnte dieser Fonds womöglich gut funktionieren. Aber auch durch den Corona-Crash ist er ganz gut gekommen.

Mitte März 2020 kam es beim Fonds zu einem Drawdown von 20,62%. Dieser Verlust baute sich innerhalb weniger als vier Wochen auf. Danach folgte analog zum Aktienmarkt eine Erholung: Von dem 20%igen Minus stehen derzeit noch zirka 5% auf der Uhr. Für 2020 steht eine grüne Null (+0,12%) zu Buche. Im Vergleich zu anderen flexiblen Mischfonds fällt auf, dass die Volatilität des Wertefonds etwas erhöht erscheint. Der Sektordurschnitt bei der Volatilität liegt auf Sicht eines Jahres bei rund 15%, der Wertefonds brachte es auf ca. 20%. Mit diesen 5%-Punkten mehr an „Risiko“ brachte der Fonds aber auch 10% mehr Rendite im Vergleich zum Sektor. Auf Sicht von 3 Jahren hat der Fonds noch keine 3% verdient – das Ziel „Inflationsschutz“ sollte wohl langfristig betrachtet werden.

Die aktuelle Vermögensstruktur liest sich flüssig und schlüssig. Von Wald und Ackerland ist allerdings noch nichts zu sehen. Insgesamt hat sich der Wertefonds in seinem ersten echten Crash gut behauptet. Und dies obwohl die Strategie natürlich nicht auf eine Pandemie ausgelegt ist. Die echte Bewährungsprobe steht noch aus.

Wichtig: Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab. Es handelt sich um eine persönliche Meinung. Alle Informationen sind sauber recherchiert, können aber auch fehlerhaft sein. Mit diesem Beitrag kann niemand entscheiden, ob der genannte Fonds für die eigene Anlagestrategie angemessen oder geeignet ist.

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Gold gehört in jedes Portfolio

Die Deutschen haben nicht vieles mit den Schwellenländern gemeinsam, aber bei der Beliebtheit von Gold gibt es eine große Gemeinsamkeit. Mit einem Privatbesitz von mehr als 8.000 Tonnen oder rund 100 Gramm pro Kopf zählen die Deutschen weltweit zu den treuesten Goldinvestoren.

Die Beliebtheit von Gold könnte an der Unsicherheit von Geld liegen. Niemand weiß, wie das globale Nullzins-Experiment ausgeht. Womöglich verlieren die Menschen irgendwann das Vertrauen in das Geldsystem? Dann könnte Gold seine Funktion als Währung der letzten Instanz ausüben, denn Gold ist nicht beliebig vermehrbar. Gold hat sich seit Jahrtausenden, trotz Wirtschaftskrisen, Kriegen und Währungsreformen, als stabiles Wertaufbewahrungsmittel gezeigt.

Wenn ich einem Portfolio Gold beimische (was ich stets tun würde), dann möchte ich damit kein (Papier-)Geld verdienen. Gedanklich bewerte ich Gold immer in Unzen und nicht in Euro. Eine Unze bleibt stets eine Unze – egal wie der Wechselkurs zum Euro steht. Gold bezahlt weder Zinsen, noch Mieten oder Dividenden. Gold ist quasi wie eine Versicherung: Hoffentlich braucht man sie nicht, aber man ist froh wenn man sie im Ernstfall hat. Einen Edelmetallanteil (i.d.R. Gold und Silber) von rund 5% bis 20% halte ich für empfehlenswert.

Isoliert betrachtet hat Gold vielmals eine höhere Volatilität, als beispielsweise Aktien. Der Mehrwert für das Portfolio liegt aber in der (teilweisen) negativen Korrelation. Gold kann bei systemischen Risiken beruhigend auf ein Gesamtportfolio einwirken. Dann gehen Wagnisanlagen, wie Aktien und Risikokapital, wie Anleihen, gleichermaßen in den Keller, während Gold (in Euro gerechnet) an Wert gewinnt.

Über die lange Frist (1975 bis 2018) brachte ein reines Aktieninvestment (MSCI World) pro Jahr mehr als doppelt so viel Rendite als Gold – und das bei etwas weniger Volatilität. Daher scheidet Gold als Einzelinvestment aus. Aber tun das nicht alle Anlageklassen? Ich kenne kein Asset, welches alleine betrachtet „so toll“ ist, dass man zu 100% darin investieren sollte. Die Beimischung von Gold hätte in den letzten Jahrzehnten zwar ein bisschen Rendite gekostet (im Vergleich zu Aktien), aber die Portfolio-Schwankung und somit das Stresslevel wäre entspannter gewesen.

Von Goldfonds und Gold-ETFs halte ich persönlich nicht viel. Manche Regionalbanken bieten „physische Goldsparpläne“ an oder haben dies in Planung. Sobald diese Produkte richtig in Fahrt kommen, nehme ich sie unter die Lupe. Meiner Meinung nach sollte man Edelmetalle immer physisch kaufen – auch aus steuerlichen Gründen (Kursgewinn ist nach 1 Jahr Spekulationsfrist steuerfrei). Bei Fonds hingegen wird auf Kursgewinne die Abgeltungssteuer fällig.

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