Direktbank ING: Wertpapiersparpläne ab 1 Euro – für wen ist das gut?

Um Kunden eine Alternative zu unverzinsten Sparkonten zu bieten, macht die ING Deutschland ein neues Angebot für die Anlage in Aktien und Fonds. „Wir wollen unseren Kunden den Einstieg in das Wertpapiersparen so einfach wie möglich machen und schaffen deshalb den Mindestbetrag für alle Wertpapiersparpläne ab“, kündigte Vorstandschef Nick Jue an. Ab 1. November bietet die ING alle Wertpapiersparpläne ab einem Euro Monatsrate an.

Dieses Angebot klinkt zunächst verlockend, denn die meisten Banken bieten Wertpapiersparpläne erst ab 50 €, manche auch ab 25 € monatlich an. Was mich bei sehr kleinen Sparraten stört, ist die Angemessenheit. Sollte jemand, der nicht mal 25 € zur Seite legen kann, überhaupt risikobehaftete Wertpapiere kaufen? Ich bezweifle das sehr. Damit sich Wertpapiere lohnen, sollte man ein gewisses Maß an „Wagnis“ beimischen. Risikolose Bundesanleihen oder auch Unternehmensanleihen von guten Unternehmen werfen kaum eine Rendite ab. Wer langfristig in Unternehmen (Aktien) investiert, kann gute Ergebnisse erzielen und sich später Wünsche erfüllen. Wer nur wenige Euros pro Monat nicht für den Konsum benötigt und diese sparen kann, hat womöglich nicht den erforderlich langen Anlagehorizont für beispielsweise Aktienfonds. Mit einer sehr kleinen Sparfähigkeit (unter 25 €), sollte zunächst eine „eiserne Reserve“ aufgebaut werden – quasi ein Puffer für schlechte Monate oder unvorhergesehene Ausgaben. Ich schätze das Angebot der ING daher für viele Sparerinnen und Sparer als unangemessen ein.

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Das Sparbuch: Die dümmste Geldanlage der Welt?

Jeder zweite Deutsche hat ein oder mehrere Sparbücher. Noch immer zählt es zu den beliebtesten Anlageformen. Es steht für Sicherheit und Beständigkeit. Immerhin gibt es diese Anlageform schon seit über 200 Jahren. Rational gesehen dürften Sparbücher eine der dümmsten Geldanlagen der Welt sein, aber warum sind sie so beliebt?

Montag Vormittag 10 Uhr. Ich warte in der Schlange des Bankschalters. Vor mir wird ein aufgebrachter Kunde bedient. Es war unüberhörbar, dass er dingend 30.000 € von seinem Sparbuch abheben möchte um damit ein Auto zu kaufen. Die Mitarbeiterin hinterm Tresen versucht dem Herrn zu erklären, dass ein Sparbuch eine drei monatige Kündigungsfrist hätte. Man könne zwar monatlich über 2.000 € verfügen, aber alles darüberhinaus müsse drei Monate vorher gekündigt werden. Auf einmal wird es laut. Der Kunde schreit: „Das war noch nie so! Das habt ihr neu erfunden! Früher war alles besser! Ich will ihren Chef sprechen!“ Nach wenigen Minuten kommt die Filialleiterin. Sie führt ein kurzes Telefongespräch (wahrscheinlich darf nicht mal sie eine Ausnahme genehmigen) und bezahlt das Geld sofort aus.

Spareinlagen sind nach § 1 Abs. 29 Satz 2 KWG unbefristete Gelder, die u.a. eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten aufweisen. 2.000 € pro Monat sind frei. Wer also höhere Beträge auf dem Sparbuch spart, und das Geld dann ungekündigt verfügen möchte, hat ein Problem: Entweder die Bank genehmigt die Auszahlung oder eben nicht. Was wird eine Bank in Zeiten eines krisenbedingten Liquiditätsengpasses tendenziell machen? Vorsicht: Es gibt auch noch Sondersparbücher mit 6 oder 12 Monaten Kündigungsfrist. Ein Sparbuch ist eben kein Tagesgeldkonto. Es erschließt sich mir nicht, weshalb jeder zweite Deutsche eine Geldanlage hat, die keine (oder kaum) Zinsen abwirft und nicht täglich verfügbar ist.

Und wie ist es mit der Sicherheit? Das Sparbuch ist ein „qualifiziertes Legitimationspapier“ im Sinne des § 808 Abs. 1 Satz 1 BGB. Danach kann das Kreditinstitut an den jeweiligen Vorleger des Sparbuchs mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen, sofern es sich um freie oder gekündigte Beträge handelt. Die Bank darf also an jeden Vorleger auszahlen! Natürlich kann man das Buch auch mit einem Kennwort schützen, das lassen sich aber die Banken recht teuer bezahlen. Wer mein Sparbuch findet oder stiehlt, kann somit theoretisch bis zu 2.000 € pro Kalendermonat verfügen. Der Vorleger hat keinen Anspruch auf Auszahlung (Bank kann im Zweifel verweigern), aber will ich mich darauf verlassen?

Die gute Nachricht zum Schluss: Es gibt zwar so gut wie keinen Zins, aber dieser Zins ist relativ gesehen sehr gut, denn Banken dürfen auf Sparbücher keine Negativzinsen verlangen. In manchen Bundesländern schreibt das Sparkassengesetz sogar „eine Eins an irgendeiner Stelle nach dem Komma“ vor. Bei solchen Banken sieht man dann oftmals Zinssätze wie 0,0001% oder ähnliches. Das ist aber immer noch besser, im Vergleich zu Minus 0,5%. Damit die Bank hierbei keine zu großen Verluste macht, muss sie die Spareinlagen langfristig (z.B. in Baufinanzierungen) anlegen. Daher wird es verständlich, warum immer mehr auf die Einhaltung der Kündigungsfristen gepocht wird.

Ein Sparbuch ist unsicher (außer es ist mit einem Kennwort gesichert oder liegt in einem Tresor) und extrem unflexibel. Aber es schützt vor Negativzinsen. Von der dümmsten Geldanlage der Welt zu sprechen, wäre zu heftig, aber für den langfristigen Vermögensaufbau ist es sehr ungeeignet. Das Sparbuch ist ein Instrument, das in bestimmten Konstellationen durchaus sinnvoll sein kann. Jeder zweite Deutsche hat ein Sparbuch – bei den meisten dürfte es wohl keinen Sinn machen.

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Zum #Kindertag: So baut man für die Kleinen ein Vermögen auf

In vielen US-Serien hört man von sogenannten „Collegefonds“. Gemeint sind gewöhnliche Investmentfonds, mit denen man für die Kinder ein Vermögen aufbauen kann. Mit dem Geld sollen die Sprösslinge irgendwann ihr Studium, die erste Wohnung oder andere Wünsche finanzieren können.

Es kann für Eltern sehr ratsam sein, einen Teil des Kindergeldes oder auch des Taschengeldes für den langfristigen Vermögensaufbau zu verwenden. So ein Kind, das heute zur Welt kommt, wird in 18-25 Jahren große Wünsche haben: Studium, Auslandsaufenthalt, Orientierungsjahr, Auto oder die erste Wohnung. Die wenigsten Kinder werden künftig mit 16 ins Berufsleben starten. Was können Eltern tun, um ihren Kinden einen möglichst großen Betrag mit auf den Weg zu geben?

Zunächst sollten Eltern (auch: Paten und Großeltern) klären, was sie regelmäßig sparen können bzw. wollen. Ich denke wir sind uns einig, dass das jährliche „Spardose entleeren“ nicht ausreichen wird. Gehen wir mal von 50 € monatlich für 20 Jahre aus: Diese Eltern können also aus eigener Kraft 12.000 € zur Seite legen. Nach Abzug einer zwei prozentigen jährlichen Inflation, bleibt hiervon eine Kaufkraft in Höhe von knapp 10.000 €. Man erkennt sofort: Was die Kinder dringend brauchen ist eine Rendite.

Manche Banken bezahlen Kindern noch Zinsen. Die Angebote liegen zwischen 0,5% und maximal 2%. Doch auch das reicht nicht aus, um die Inflation zu schlagen – es wäre stets ein Minusgeschäft. Bei einer so langen Laufzeit sind kurzfristige Schwankungen relativ egal. Daher können Eltern mit ruhigem Gewissen (breit gestreut) den Aktienmarkt nutzen. Bei einer beispielhaften Rendite von 6% p.a. kommt ein Vermögen in Höhe von 22.800 € zusammen. Nach Abzug einer Inflation entspricht das einer Kaufkraft von über 17.600 €.

Vorsicht Kostenfalle: Ich will nicht mit Zahlen nerven, aber von dieser schönen 6% Rendite könnten noch Kosten abgehen. Nimmt man einen teuren Aktienfonds mit 4% Ausgabeaufschlag und 1,2% laufenden Kosten dann schrumpfen unsere 22.800 € auf 19.200 €. Die Differenz verbleibt als tolle Provision bei der Bank bzw. Fondsgesellschaft. Für die Anbieter ist das ein lohnendes Geschäft, für die Kinder eher weniger.

Tipp: Wichtig ist, dass man einfach mal anfängt mit kleinen und regelmäßigen Sparbeträgen für die Kinder zu sparen. Je länger die Laufzeit und desto höher die Rendite, je niedriger darf die Sparrate sein. Auf die lange Sicht braucht niemand Angst vor Schwankungen zu haben. Die Kosten sollten nicht zu hoch sein, aber „nur billig“ ist auch nichts, denn von den Fonds will man ja auch eine gewisse Qualität erwarten. Mit Geld für Kinder sollte man nicht spekulieren, sondern breit gestreut investieren, damit die Kleinen wenn sie groß sind auch was davon haben.

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Wohin mit dem ganzen Coronageld?

Der Urlaub ist abgesagt, die Gastronomie und Freizeitparks geschlossen und auch sonst kann man nicht wirklich viel machen: Viele Haushalte sparen derzeit sehr viel Geld, weil sie es nicht ausgeben können. Wohin mit all dem Schotter?

Mindestens 35 Millionen Deutsche haben keine Kurzarbeit. Rund 21 Millionen beziehen eine Rente oder Pension. Laut Bundesbank ist die Sparquote auf knapp 11% gestiegen. So hoch war sie zuletzt während der Finanzkrise. Der Grund ist einfach: Viele Einkommen laufen einfach weiter, aber die Ausgaben brechen weg. Statt auf Mallorca verbringe ich mein verlängertes Wochenende einfach zu Hause. Das Bier aus dem Supermarkt gibt es für 0,45 €. In der Gastronomie würde ich ohne mit der Wimper zu zucken 3,5 € bezahlen.

Zugegeben, für Menschen deren Einkommen gerade wegbricht, liest sich dieser Artikel wie blanker Hohn. Aber die Fakten sind trotzdem glasklar. Viele Haushalte können jetzt mehr zur Seite legen. Die Urlaubskassen sind gefüllt und das Girokonto hat einen Punkte im Kontostand. Eine sinnvolle Idee ist jetzt Vermögen zu bilden. Die Börsen haben sich von ihren Rekordkursen entfernt – der Einstieg macht wieder Spass. Die 11%-Sparquote spricht für sich. Wer jetzt regelmäßig Geld zu Seite legt, hat später umso mehr davon.

Geld weg aus den Sichteinlagen! Niemand muss sein Geld zinslos parken. Niemand muss zwanghaft sein Geld auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto liegen lassen. Bei manchen ist es Faulheit, bei anderen Unwissenheit und bei manchen womöglich eine besondere Form von Opferkult. Schließlich muss man ja was haben, um sich aufzuregen. EZB als Feinbild. Da kann man wenigstens mitreden und im bundesweiten Jammer-Chor mitsingen.

Besser sind Fondssparpläne. Sobald die Pandemie abklingt, wird die Börse wieder berechenbarer. Auch wenn es in den nächsten Monaten immer wieder zu heftigen Schwankungen kommen kann: Langfristig bietet sich jetzt eine einmalige Chance, endlich mal günstig in den Markt zu kommen. Welche Fonds und mit welchem Risiko muss jeder selbst wissen. Und keine Angst vor Kursrückgängen: Fallen die Preise, dann gibts automatisch mehr Anteile fürs gleiche Geld.

Es muss kein ETF sein. Indexfonds hebeln wichtige Machtmechanismen aus. Dabei sind funktionierende Märkte, die auch ein gewisses Maß an Volatilität zulassen, unerlässlich für eine angenehme Finanzmarktstabilität. Mit ETFs unterdrücken wir sehr viel Volatilität, was sich irgendwann als „black swan“ entladen könnte. Auch jetzt im Corona-Crash sieht man, dass viele ETFs heftig gefallen sind, während (gute) aktive Fonds gekonnt durch die Krise schippern.

Ich habe derzeit vier Sparpläne in Fonds laufen:

  1. globaler Aktienfonds mit Fokus auf Dividendenqualität
  2. globaler Aktienfonds mit Fokus auf Industrie 4.0
  3. globaler Mischfonds mit offensiver Strategie
  4. globaler Mischfonds mit defensiver Strategie

Diese vier Fonds sind für mich und für den Moment in Ordnung. Dieses Blog gibt keine Empfehlungen zu Wertpapieren ab

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Ein Verwahrentgelt ist kein Negativzins

Immer mehr Banken führen ein Verwahrentgelt ein. Besonders ärgerlich dabei: Steuerlich sind Negativzinsen keine Zinsen.

Der Minuszins ist längst da. Allerdings wird er nur noch nicht von jedem bezahlt. Bislang gaben viele Banken den Strafzins nicht an ihre Kunden weiter. Die Belastung wurde sozusagen quersubventioniert. Inzwischen brechen aber die Dämme. Die meisten Banken haben schon länger individuelle Vereinbarungen mit gewerblichen oder institutionellen Kunden. Dieser Tage wird es normal, auch Privatkunden mit dem Negativzins der EZB zu belasten. Damit es nicht zur „Reise nach Jerusalem“ kommt, verlangen viele Banken den Strafzins (noch) nur sogenannten Neukunden und meist erst ab 100.000 €.

Ein schlauer Anlegender könnte jetzt meinen, dass ein Negativzins eine negative Einkunft ist, die er steuerlich mit anderen Kapitaleinkünften verrechnen kann. Ähnlich wie bei Wertpapieren könnte es einen Steuertopf geben, dessen Saldo versteuert würde. Oder die Bank erstellt eine Bescheinigung über den bezahlten Minuszins und der Anleger verrechnet das mit dem Finanzamt. Doch das alles geht nicht, denn der Strafzins ist kein Zins.

Ein Verwahrentgelt ist eine Gebühr. Somit gehört dieser Posten zu den Werbungskosten. Diese können zwar von der Kapitalertragssteuer abgesetzt werden, aber nur bis zum maximalen Werbungskostenpauschbetrag. Derzeit liegt dieser bei 51 € und kann gemeinsam mit dem Sparerfreibetrag (750 €) als sog. Freistellungsauftrag für Kapitalerträge mit maximal 801 € pro Person bei der Bank eingetragen werden. Dieser Freibetrag kann auf mehrere Banken aufgeteilt werden, darf in Summe aber nicht die 801 € pro Person übersteigen. Tipp: Auch Kinder können Erträge in Höhe von 801 € pro Jahr freistellen.

So wird jeder Millionär

Sie geben jeden Monat weniger aus, als Sie einnehmen und Sie haben mindestens 35 Jahre lang Zeit? Legen Sie Ihren Überschuss ertragreich an, dann können Sie Millionär werden.

Mit der folgenden monatlichen Sparrate kann es in 35 Jahren gelingen. Je nach Renditechance kann sie höher oder niedriger ausfallen.

  • Bei 0% Zins (Sparkonto, Tagesgeld): 2.381 €
  • Defensives Mischportfolio, 2%: 1.650 €
  • Ausgewogenes Mischportfolio, 4%: 1.108 €
  • Defensive Aktienstrategie, 6%: 725 €
  • Offensive Aktienstrategie, 8%: 464 €

Bei 8% Jahresrendite reichen also schon 15 € pro Tag, um in 35 Jahren Millionär zu sein. Wer mehr Zeit hat, muss sogar noch viel weniger investieren. Sie leben zu zweit, dann reichen bei 8% Rendite sogar 7,5 € pro Person und Tag, damit Sie in 35 Jahren gemeinsam Millionär sind. Je nach Sparfähigkeit muss es eben mehr Laufzeit oder mehr Rendite sein. Wer wenig sparen kann, sollte früh anfangen und eine hohe Rendite wählen. Wer bewusst auf Rendite verzichtet, lässt sich FREIWILLIG enteignen.