5 Alternativen zum Negativzins für Wertpapiermuffel

Sie hatten vor X Jahren mal Aktien der Telekom und haben seither eine Allergie gegen alles, was eine Wertpapierkennnummer hat? Bisher sind Sie damit gut gefahren, denn das viele Geld lag zwar unverzinst, aber sicher auf der Bank. Auf einmal geben die Banken den Negativzins an Sie weiter: Es gibt Lösungen.

  1. Ein Bausparvertrag. Ab 2021 gibt es neue Regeln zur Wohnungsbauprämie. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger bekommen sie wieder. Hierdurch könnte die Rendite eines Bausparvertrages wieder positiv werden. Zudem reservieren Sie für sich oder Ihre Erben einen niedrigen Darlehenszins für später.
  2. Sie sind Mitte 50, verdienen mehr als sie ausgeben können, und bezahlen sich bei der Einkommenssteuer dumm und dämlich: Stocken Sie Ihre Rente auf und verschieben Sie somit die Steuerlast ins Rentenalter, wo ihr Steuersatz geringer sein kann. Hierzu bezahlen Sie einfach in die gesetzliche Rente oder einen privaten Basisrentenvertrag ein. Ihre Rendite ist die Differenz der Steuersätze von heute und dem im Rentenalter.
  3. Machen Sie eine Schenkung: Viele Banken bieten Freibeträge an. Somit werden nur für größere Vermögen Negativzinsen fällig. Diese Freibeträge gelten vielmals pro Person. Denken Sie also über eine Schenkung an den Ehepartner oder die Kinder nach. Vorsicht: Schenkungssteuer! Beachten Sie auch hier die Freibeträge.
  4. Das Sparbuch ist zwar die dümmste Geldanlage der Welt (siehe hier), aber einen Vorteil hat diese Sparform: Auf Sparbüchern sind Negativzinsen verboten.
  5. Bildung: Machen Sie sich schlau über Wertpapiere. Es gibt inzwischen auch kurzlaufende Anleihen mit festem Zins und Kapitalgarantie. Nimmt man die Bonität bekannter Bankenverbände (z.B. Volksbanken oder Sparkassen), dann könnte man auf gut 0,15% pro Jahr kommen. Das ist immerhin 0,65% über dem Negativzins.

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Ein Verwahrentgelt ist kein Negativzins

Immer mehr Banken führen ein Verwahrentgelt ein. Besonders ärgerlich dabei: Steuerlich sind Negativzinsen keine Zinsen.

Der Minuszins ist längst da. Allerdings wird er nur noch nicht von jedem bezahlt. Bislang gaben viele Banken den Strafzins nicht an ihre Kunden weiter. Die Belastung wurde sozusagen quersubventioniert. Inzwischen brechen aber die Dämme. Die meisten Banken haben schon länger individuelle Vereinbarungen mit gewerblichen oder institutionellen Kunden. Dieser Tage wird es normal, auch Privatkunden mit dem Negativzins der EZB zu belasten. Damit es nicht zur „Reise nach Jerusalem“ kommt, verlangen viele Banken den Strafzins (noch) nur sogenannten Neukunden und meist erst ab 100.000 €.

Ein schlauer Anlegender könnte jetzt meinen, dass ein Negativzins eine negative Einkunft ist, die er steuerlich mit anderen Kapitaleinkünften verrechnen kann. Ähnlich wie bei Wertpapieren könnte es einen Steuertopf geben, dessen Saldo versteuert würde. Oder die Bank erstellt eine Bescheinigung über den bezahlten Minuszins und der Anleger verrechnet das mit dem Finanzamt. Doch das alles geht nicht, denn der Strafzins ist kein Zins.

Ein Verwahrentgelt ist eine Gebühr. Somit gehört dieser Posten zu den Werbungskosten. Diese können zwar von der Kapitalertragssteuer abgesetzt werden, aber nur bis zum maximalen Werbungskostenpauschbetrag. Derzeit liegt dieser bei 51 € und kann gemeinsam mit dem Sparerfreibetrag (750 €) als sog. Freistellungsauftrag für Kapitalerträge mit maximal 801 € pro Person bei der Bank eingetragen werden. Dieser Freibetrag kann auf mehrere Banken aufgeteilt werden, darf in Summe aber nicht die 801 € pro Person übersteigen. Tipp: Auch Kinder können Erträge in Höhe von 801 € pro Jahr freistellen.