Hey Greta, ohne Wachstum keine faire Verteilung

Greta Thunberg hat beim UN-Klimagipfel das Wirtschaftswachstum kritisiert. „Alles, woran Ihr denken könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wachstum“, hat sie mit bibbernder Stimme den Regierungschefs an den Kopf geworfen. Leider irrt sich Greta gewaltig.

Um zu verstehen warum wir Wachstum brauchen, muss man die volkswirtschaftliche Verteilung betrachten. In einer Marktwirtschaft können immer diejenigen gewinnen, die entweder schlau, schön oder ehrgeizig sind. Menschen, die eher dumm, hässlich oder faul sind, werden tendenziell weniger erfolgreich sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber per Durchschnitt betrachtet könnte es stimmen. Nun sind halt die wenigsten absichtlich faul, dumm oder hässlich. Es ist Veranlagung, Konditionierung oder vielleicht sogar genetisch? Daher braucht es sowas wie Verteilung, denn alle Menschen sollen ein Teil unserer Gesellschaft sein und daran teil haben können.

Was will man denn verteilen, wenn es kein Wachstum gibt? Ohne Wachstum können die Gewerkschaften keine Lohnerhöhungen fordern. Natürlich steigen dann auch keine Renten oder andere Transferzahlungen. Wenn nun verteilt werden soll, und ja es wird verteilt werden müssen, dann käme man nicht umhin, es jemandem wegzunehmen. „Verteilung aus der Substanz“, könnte man es nennen. Tut weh. Ist doof. Wachstum kann man schön verteilen. Aber wer beginnt, die Substanz zu verteilen, der verwaltet am Ende den Mangel. Das kann zu Unruhen führen, weil der ein oder andere nicht breit sein wird, seinen Lebensstandard per Zwang für andere nach unten zu setzen.

Kann es grenzenloses Wachstum in begrenzten Systemen geben? Ja. Man muss nur wissen, was dieses „Wachstum“ eigentlich ist. Da wird nichts größer! Wenn wir von Wachstum sprechen dann sind wir besser, effizienter und produktiver geworden. Das darf natürlich auch nachhaltig sein. Eigentlich bräuchten wir noch viel mehr Wachstum. Die Weltuntergangler denken manchmal viel zu klein und sollten lernen groß zu denken: Wenn wir jetzt in nachhaltige Zukunftsthemen investieren und für Wachstum sorgen, dann kann es auch wieder mehr Verteilung geben, damit alle Menschen an einer freien Gesellschaft teilhaben können. Wachstum ist nicht das Problem, sondern die Lösung.