Danke Steuerzahler: Die neue Wohnungsbauprämie

Die 1952 eingeführte Wohnungsbauprämie(WoP) ist ein staatlicher Zuschuss auf Bausparverträge. Anspruch auf diese Prämie haben alle Personen über 16, die unterhalb der Einkommensgrenze liegen. Ab 2021 werden die Bedingungen für die WoP drastisch verbessert. Lohnt sich Bausparen wieder?

Der Staat überwies noch im Jahr 2005 rund 500 Millionen Euro Wohnungsbauprämie an die Sparer. Aufgrund der eingefrorenen Einkommensgrenzen sank der Aufwand des Fiskus auf 162 Millionen Euro im Jahr 2018. Bausparen mit staatlicher Zulage war einfach nicht mehr lukrativ. Zudem stört viele, dass das geförderte Guthaben, bis auf wenige Ausnahmen, „wohnwirtschaftlich“ verwendet werden muss. Einzelpersonen, die weniger als 2.133 € Monatsgehalt haben (brutto) bekommen bis einschließlich 2020 maximal 45,06 € Sparprämie, wenn sie es geschafft haben im ganzen Jahr 512 € auf den Bausparvertrag einzubezahlen. Für Ehepaare gilt jeweils das Doppelte.

Was Verbraucherschützer als „Konjunkturprogramm für Bausparkassen“ kritisieren, kann für Kleinsparer eine durchaus solide Renditequelle sein. Ab 2021 erhöhen sich die Einkommensgrenzen von 25.600 € auf 35.000 € (Eheleute: 70.000 €). Hierdurch könnten rechnerisch 60% der Bevölkerung wieder in den Genuss der Wohnungsbauprämie kommen. Außerdem steigt die Prämie selbst. Jährlich sind künftig zehn Prozent der jährlichen Einzahlungen von 700 Euro für Singles und 1.400 Euro für Verheiratete förderfähig. Bausparer bekommen also eine Prämie in Höhe von 70 € bzw. 140 € pro Jahr vom Staat.

Die meisten Bausparverträge haben in der Sparphase (nach Kosten) eine negative Rendite. Der Mehrwert für den Sparer liegt nur darin, dass er sich einen planbaren Darlehenszins in der fernen Zukunft sichert. Durch die Sparprämie kann die Rendite in der Sparphase wieder attraktiv werden. Wo sonst bekommt man risikolos einen „Zins“ in Höhe von 70 € bzw. 140 € Euro? Rechnet man alle Erträge und Kosten eines Bausparvertrages mit Wohnungsbauprämie, dann kommt man leicht auf jährliche Renditen von knapp über 2%. Und das bei nur 3 monatiger Kündigungsfrist und überschaubarer Laufzeit.

Natürlich kann diese Rendite durch gute ETFs oder Fonds geschlagen werden. Beim WoP-Bausparen sprechen wir aber über einen Anlagehorizont von rund sieben Jahren und einem Sparbeitrag von maximal rund 60 € pro Monat. Das ist klassisches „Zielsparen“ – aber eben (bis auf Ausnahmen) nur für wohnwirtschaftliche Zwecke. Übrigens: Die Einkommensgrenzen beziehen sich nicht auf das Bruttogehalt, sondern auf das zu versteuernde Einkommen. Ein Ehepaar mit 2 Kindern könnte also knapp 80.000 € pro Jahr verdienen.

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